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Ab nach draußen?! 8 Gründe warum die Natur dich langfristig gesünder und glücklicher macht!

Ab nach draußen?! 8 Gründe warum die Natur dich langfristig gesünder und glücklicher macht!

Lesezeit in etwa: 8 freie Minuten

Natur! – Braucht man das?

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Schon in den 60er Jahren wurde vermutet: Naturerfahrungen und -erlebnisse sind mit den menschlichen Grundbedürfnissen gleichgestellt. Der deutsche Arzt und Psychoanalytiker Alexander Mitscherlich ging von einer Notwendigkeit aus, nach der der Mensch für eine erfolgreiche Entwicklung natürliche Elemente brauche. Hierunter zählte er u.a. Wasser, Dreck, Gebüsche und alles, was einem sonst noch bei einem Ausflug in die Natur begegnen könnte. Seine These wurde durch etliche weitere Aussagen gestützt, wie beispielsweise durch die des Physikers Rainer Brämer, der Natur als die ursprünglichste Umwelt des Menschen und den Menschen somit als Naturwesen beschrieb.

Ausgehend von oben genannten Theorien, scheint die Notwendigkeit des Aufenthalts des Menschen in der Natur in den Bedürfnissen des Menschen verankert und untrennbar mit diesen verflochten zu sein. Auch Gerlach, ehemaliger Doktorand der Deutschen Sporthochschule Köln bestätigt diese Annahme. Darüber hinaus erweitert er genannte Thesen und spricht von noch größeren gesundheitlichen Effekten, wenn der reine Aufenthalt in der Natur mit sportlicher Aktivität verbunden würde. Diese Effekte seien größer als die „Summe der Effekte von Bewegung und Natur, wenn diese isoliert voneinander auftreten“.

So weit so gut. Aber behaupten kann jeder. Wie die Studienlage zu den obigen Theorien genau aussieht, lest ihr im Folgenden!

8 Gründe regelmäßig raus zu gehen!

Natursport Outdoor Fitness

1.) Heilsame Effekte

Die Natur ist heilsam. Dahinter steckt weniger Mystik als es sich erst mal anhört. In einer zugehörigen Studie wurden zwei Patientengruppen (in Alter, Geschlecht und Beschwerden vergleichbar) in verschiedenen Krankenhauszimmern untergebracht [1]. Während die eine Gruppe beim Blick aus dem Fenster eine Baumgruppe sah, befand sich vor dem Fenster der anderen Gruppe eine braune Backsteinwand. Die Genesung der Patienten, die die Bäume vor dem Fenster sahen, verlief schneller, sie brauchten weniger Schmerzmittel und riefen seltener nach Pflegepersonal. Und wieso die Bäume nur aus dem Fenster sehen, wenn man die Gesundheitseffekte auch gleich beim Training im Freien nutzen kann?

2.) Entgegenwirken mentaler Ermüdung und Konzentrationsfähigkeit

Bereits das Betrachten von Bildern natürlicher Landschaften bewirkt eine Erholung von geistiger Müdigkeit - und das schon nach 10min! Als Prätest der zugrundeliegenden Studie diente ein Aufmerksamkeitstest. Die Probanden wurden dann in drei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe betrachtete nach dem ersten Konzentrationstest erholsame Naturbilder (A), eine Gruppe betrachtete „naturlose Bilder“ (B) und die dritte Gruppe (C) betrachtete geometrische Formen. Nach dem Ablaufen der 10 minütigen Bildbetrachtung wurde der Konzentrationstest erneut durchgeführt. Nur Gruppe A verbesserte sich im Posttest im Vergleich zum Prätest [2].

Diese gesteigerte Aufmerksamkeit und erhöhte kognitive Leistungsfähigkeit konnten unter anderem auch durch Kognitionstests in Sozialbauvierteln belegt werden, in denen Einwohner aus „grünem Umfeld“ signifikant besser abschnitten als Einwohner, die keinen direkten Zugang zu Grünflächen hatten [3]. Erholsame Umfelder, wie beispielsweise die Parks oder Grünanlagen in denen ihr mit uns trainiert, können also helfen eure Konzentrationskapazität aufrechtzuerhalten oder wiederherzustellen. Gibt es ein besseres Argument für eine BootCamp Trainingseinheit nach der Arbeit, um sich zu erholen?!

3.) Subjektive Gefühlslage – Abnehmen von Aggression und Frustration

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In einer Studie wurden die psychologischen und physiologischen Zustände der teilnehmenden Probanden beobachtet, während diese sich am Computer wechselnde Bilder (urbane Szenarien mit verschiedenen Baumarten vs. urbane Szenaren mit „nicht-lebendigen Objekten“) ansahen. Es konnte herausgefunden werden, dass Menschen psychologisch und physiologisch auf urbane und natürliche Landschaften unterschiedlich reagieren.
Die Teilnehmer waren bezüglich der „Baum-Bilder“ positiver (freundlicher, mit weniger negativen Emotionen wie Trauer oder Frust) gestimmt als auf solche ohne Bäume. Ein Zusammenhang zwischen dem Betrachten von Bäumen und einer Abnahme von Aggressionen konnte ebenso festgestellt werden [4] .

Auch Angestellte in Räumen mit Ausblick auf Naturszenen oder in fensterlosen, aber mit Pflanzenarrangements bestückten Räumen sind weniger frustriert, arbeiten aufmerksamer und effektiver, haben einen geringeren Blutdruck und werden seltener krank.

4.) Subjektives Empfinden, Hormonhaushalt und Stress

Natursport Outdoor FitnessIm Rahmen eines Vergleichstests ging eine Gruppe von Läufern ihrem Sport in freier Natur nach, während zwei weitere Gruppen dieselbe Strecke auf einem Laufband absolvierten – die eine mit und die andere ohne das Einspielen von Vogelgeräuschen. Am Ende stellten sich bei allen drei Gruppen andere Reaktionen ein. Die Naturläufer fühlten sich „fitter, gestärkter, erfrischter und zufriedener“ als vor dem Lauf, die reinen Laufbandläufer dagegen müder und niedergeschlagener. Die vogelbeschalten Laufbandläufer gaben keine Änderung ihrer Stimmung an. Diese subjektiven Einschätzungen waren auch objektiv zu beobachten: Die Konzentration an Kortison (ein Stresshormon)war bei den Naturläufern niedriger, das aktivierende (Nor)Adrenalin wies dagegen hohe Werte auf– bei der tonlosen Laufbandgruppe verhielt es sich genau umgekehrt [6].

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Die stressreduzierende Wirkung durch Natureinfluss war in weiteren Studien ebenfalls physiologisch messbar. Beispielsweise sinkt der Blutdruck nach regelmäßiger Bewegung im Wald nachhaltiger ab als bei Bewegung in der Stadt (z.B. Spazieren)[7]. Die Studien beweisen eigentlich nur das, was jeder von uns schon selbst erlebt hat: Sport im Freien wirkt stimmungs- und stressregulativ! Auch ein Grund für die immer gute Laune deiner Trainer!

5.) Kreativität und innovative Ideen

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Eine Untersuchung über das Entstehen „innovativer Ideen“ und „kreativer Lösungen“ kam zu dem Ergebnis, dass Arbeitnehmern mit Abstand die meisten Eingebungen in der freien Natur kommen (28%), gefolgt von Mitarbeiterforen (16%) und zu Hause (14%) [8]. Ein weiteres Argument für eine sportliche Pause!

6.) Lebenszufriedenheit

Britische Forscher der University of Exeter verglichen, wie sich das Leben in der Nähe von Natur (Parks, Wäldern, …) auf die allgemeine Lebenszufriedenheit auswirkt. Dazu wurden die Daten von rund 10.000 Briten über einen Zeitraum von 18 Jahren erhoben. Die Studienteilnehmer gaben über die gesamte Zeitpanne hinweg in regelmäßigen Abständen ihren aktuellen Wohnort an und wie gestresst oder glücklich sie sich in den vergangenen Wochen gefühlt hatten. Es konnte festgestellt werden, dass die psychische Gesundheit und die Lebenszufriedenheit von Menschen höher sind, die näher an Grünflächen leben [9].

7.) Einflüsse des Lichts

Auch der Einfluss des Sonnenlichts hat weitreichende Funktionen, die über das Sehen hinausgehen. Über das Auge werden Lichtreize aufgenommen und an das vegetative Nervensystem weitergeleitet. Von hier aus kann eine Steuerung etlicher Hormone (Kortisol, Adrenalin, …) und des gesamten Stoffwechsels erfolgen. Beispielsweise wird durch den UVB-Anteil im Licht der Vitamin-D-Aufbau und der Kalzium-, sowie der Kohlehydratstoffwechsel unterstützt. Durch andere Lichtspektren können Stimmungslage, Blutdruck, Herzkreislaufsystem, Wachstum und Muskelaktivität beeinflusst werden.

8.) Wertfrei trainieren

Die Natur ist laut Liedtke und Lagerstrom wertfrei [10]. Booties können sich beim Training also völlig frei von Bewertungen auf das Training konzentrieren. Keine störenden Blicke, keine kritischen Kommentare, nur der Bootie, der Trainer und die Gruppe. Die aufgebaute Gruppenkohärenz sorgt zusätzlich für eine wertfreie Atmosphäre innerhalb der Trainingsgemeinschaft.

Auf einen Blick zusammengefasst.

Natursport Outdoor FitnessAufenthalt und Bewegung in der Natur bringen viele Vorteile mit sich, die wir für unsere Gesundheit nutzen können. Trainierst du draußen an der frischen Luft, hat das positive Auswirkungen auf dich und deinen Körper. Beispielsweise kann Bewegung draußen zu einer gesteigerten kognitiven Leistungsfähigkeit führen. Du kannst dich anschließend besser konzentrieren und bist aufmerksamer. Ein Bootcamp Training ist somit der perfekte Start in den Tag! Aber auch nach der Arbeit lohnt sich eine Teilnahme an unseren Trainingseinheiten. Sie können dir helfen aufgestaute Energien abzubauen, eventuelle Tagesfrustrationen loszuwerden und dein Stresslevel zu senken.
Quasi ganz nebenbei kann dich regelmäßige Bewegung in der Natur ausgeglichener und langfristig zufriedener machen.

Das Schöne dabei: Die Effekte der Natur…

sind nicht auf Zielgruppen begrenzt. Jeder profitiert gleichermaßen!

laufen nebenbei und absolut anstrengungslos ab!

sind völlig gratis! Teures Geld für Beruhigungspillen, Ritalin oder ähnliches könnt ihr euch sparen – im doppelten Sinne!

haben keine Nebenwirkungen. Es gibt keine Nachweise über negative Auswirkungen von Bewegung in der Natur.Gesünder werden kann also so einfach sein. :)

Literatur

[1] Ulrich, R.S. (1985). Aestetic and emotional influences of vegetation. Swedish Council for Building Research to the Department of Clinical Psychology. Stockholm. & Ulrich, R. S. (1984). View through a window may influence recovery from surgery. Science, 224, 420-421.

[2] Berto, R. (2005). Exposure to restoratve environments helps restore attentional apacity. Journal of Environmental Psychology, 249-259.

[3] Hartig, T., Evans, G. W., Jamner, L. D., Davis, D. S., & Gärling, T. (2003). Tracking restoration in natural and urban field settings. Journal of environmental psychology, 109-123.

[4] Lohr, V.I. & C.H. Pearson-Mims. (2006). Responses to scenes with spreading, rounded, and conical treeforms. Environment & Behavior, 667-688.

[5] VU Medical Center. Amsterdam.


[6] Psychology Today (1995).

[7] Hartig, T., Evans, G.W., Jamner, L.D., Davis, D.S. & Gärling, T. (2003). Tracking restoration in natural and urban field settings. Journal of Environmental Psychology, 23 (2), 109-123.

[8] Helfrecht, M. & Beck, C. (1998). Chancen für den Mittelstand. Bayreuth: HelfRecht Verlag. In: Hirn, W. (1997). Ideenfabrik. Manager Magazin, S. 61-66.

[9] White, M.P., Alcock, I., Wheeler, B.W. & Depledge, M.H. (2013). Would you be happier in a Greener Urban Area? A Fixed-Effects Analysis of Panel Data. University of Exeter. Psychological Science.

[10] Liedtke, G. & Lagerström, D. (2007). Friluftsliv. Entwicklung, Bedeutung und Perspektive. Aachen: Meyer & Meyer Verlag

Antje vor 3 Jahren at 09:12
Toll geschrieben! Wer hat den Artikel verfasst, einer eurer Trainer?
Christoph Adelmann vor 3 Jahren at 17:17
Hi Antje, vielen Dank! Den Artikel hat Vanessa, eine Sportstudentin und Praktikantin bei Original Bootcamp verfasst:)