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Warum Teamsport oft sinnvoller und effektiver ist

Warum Teamsport oft sinnvoller und effektiver ist

Wo früher beim Thema Sport in Teams vor allem an expliziten Teamsport, also reine Mannschaftssportarten, wie Fußball, Baseball, Volleyball oder Hockey gedacht wurde, versteht man darunter heute glücklicherweise viel mehr. Immer häufiger treffen sich auch völlig fremde Menschen, um gemeinsam Trainings zu absolvieren, die sie sonst alleine durchführen. Fitness, Bootcamp, Laufen – all diese Sportarten funktionieren gemeinsam genauso gut, wie alleine. Oder eher: Sie funktionieren im Team oft sogar noch besser. Wir verraten dir im Folgenden, warum genau du mit anderen zusammen in vielen Fällen sinnvoller und effektiver trainieren kannst.

DIE SACHE MIT DER MÜDIGKEIT

Wie der Alltag der meisten Deutschen sind vermutlich auch deine Tage ausgefüllt mit Studium oder Arbeit, diversen Verpflichtungen und unzähligen anstrengenden Aktivitäten. All das strengt an und macht dich müde. Kein Wunder, dass du abends am liebsten auf die Couch fällst und dich vielleicht auch am Wochenende kaum aufraffen kannst, raus zu gehen und körperlich aktiv zu werden – auch, wenn dir natürlich klar ist, dass Sport wichtig ist für die körperliche und die psychische Gesundheit.

Deine Energie aus irgendwelchen Mittelchen, wie zum Beispiel den immer noch sehr beliebten Energydrinks zu ziehen, ist keine wirklich gute Lösung. In den modernen, schnelllebigen Zeiten sind derlei Energiespritzen natürlich gerne gesehen. Es hat aber einen Grund, dass das Bundesinstitut für Risikobewertung die Getränke mit Warnhinweisen für bestimmte Verbrauchergruppen ausstattenmöchte. Der Verdacht besteht, dass vergangene Fälle mit Herzrhythmusstörungen, Krampfanfällen, Nierenversagen und Todesfälle in einem möglichen Zusammenhang mit dem Konsum von Energiegetränken gesehen wurden. Zumindest, wenn diese zusammen mit Alkohol oder ausgiebiger sportlicher Betätigung aufgenommen wurden.

Wenn du dich aber schon nicht künstlich aufpeppen darfst, um Power zu bekommen, wie dann, wenn du deinen Alltag nicht umkrempeln kannst? Ganz einfach: Mit Sport selbst. Anders, als du vielleicht intuitiv denken würdest, macht Sport bei Müdigkeit und Erschöpfung nämlich nicht noch müder und erschöpfter. Im Gegenteil: "Jeder Reiz von außen macht das Gehirn wach", erklärt Dr. Peter Geisler, Neurologe und Schlafmediziner am Schlafmedizinischen Zentrum des Bezirksklinikums Regensburg. Schon ein Spaziergang an der frischen Luft kann helfen, intensivere körperliche Aktivitäten wirken natürlich noch viel besser. Denn die Bewegung ist für das Hirn ein ähnlicher Reiz, wie etwa laute Musik oder ein starkes Zwicken in die Haut. Außerdem wird der Kreislauf angekurbelt, wodurch der Körper sich wieder vitaler fühlt.

DIE MOTIVATION

Fehlt dir, bei all diesem Wissen, dennoch die Motivation zum Sport, stellt die Lösung für dich vielleicht auch der Sport im Team dar. Denn wenn du mit anderen zusammen Sport machst, motiviert dich vielleicht schon alleine der Gedanke, dass die anderen ja mitunter genauso schwer aus dem Haus kommen, wie du. Nach dem Motto "Geteiltes Leid ist halbes Leid" müsst ihr euch zusammen anstrengen; ihr werdet dann aber auch zusammen Erfolge erzielen. Schnell wird, im besten Fall, aus geteiltem Leid, geteiltes Glück beim Sport. Und Glück wiederum verdoppelt sich bekanntermaßen, wenn man es teilt.

Außerdem verbinden gemeinsame Erlebnisse – auch beim Sport. Interessante Erkenntnisse, lustige Dinge, die ihr während des Trainings seht oder spannende Gespräche: Das sind alles Dinge, an die du dich erinnern wirst und die dich auch motivieren, dich wieder mit den anderen zum Sport zu treffen.

Und dann ist da natürlich das positive Gemeinschaftsgefühl, das nach der eigenen Gesundheit die wohl stärkste Antriebskraft für den Sport ist. Die Geselligkeit und die Stimmung, die in der Gruppe herrscht, erzeugt eine Motivation, die du für dich alleine und aus dir selbst heraus kaum zu erzeugen imstande bist. Aus diesem Grund erfreuen sich auch Stadt-Marathons und Hindernis- sowie Adventure-Runs immer größerer Beliebtheit.

Am allerbesten ist es übrigens, wenn du gemeinsam mit Freunden oder Bekannten trainierst. Sybille Schneider von der Deutschen Krankenversicherung erklärt: "Freunde sind für die Motivation wichtiger als alle anderen Aspekte, die wir erfragt haben, etwa der Gedanke an die Vorbeugung von Krankheiten oder finanzielle Belohnungen". Sie bezieht sich dabei auf repräsentative Zahlenaus dem DKV-Report „Wie gesund lebt Deutschland?“, für den bereits im Jahr 2010 bundesweit 2.500 Menschen nach ihren Einstellungen und Alltagsgewohnheiten befragt wurden. Über 68% der Befragten meinten, dass Freunde und Bekannte sie zu mehr körperlicher Aktivität bewegen können.

Obwohl nun schon einige Jahre alt, könnte der Report aktueller nicht sein. Heute richten sich vor allem auch jüngere Leute, gerade was den Sport und die körperliche Fitness betrifft, stark nach ihrem sozialen Umfeld. Wenn du gerne fit werden möchtest und deine ganzen Bekannten nur faul und antriebslos sind, solltest du vielleicht überlegen, dir nicht auch ein paar motiviertere Kontakte zuzulegen.

GEGENSEITIGE HILFE UND TIPPS

Von Sportkontakten nämlich profitierst du, neben der Motivation, auch in anderer Hinsicht – und sie wiederum auch von dir. Und zwar in vielerlei Hinsicht.

So sind deine Trainingspartner vielleicht schon länger dabei und können dir einige Übungen zeigen, die du noch nicht kennst und dir dabei helfen, dein Training zu optimieren. Fast jeder, der anfängt Sport zu treiben, macht anfangs Fehler. Während diese beim Laufen mitunter nicht ganz so gravierend sind, bzw. das Laufen oft von alleine richtig funktioniert, ist der richtige Bewegungsablauf und die richtige Übungsausführung etwa beim Muskel- und Krafttraining ganz entscheidend. Zu viel Gewicht, eine falsche Drehung oder zu geringe Pausen können die körperliche Gesundheit in ernstzunehmende Gefahr bringen.

Trainierst du mit einem oder mehreren Partnern, können diese dir aber nicht nur Tipps geben. Sie können dir bei deinem Training zur Seite stehen und dich etwa unterstützen, wenn dir die Kraft ausgeht. So kann intensiver und gleichzeitig doch sicherer und sorgenfreier trainiert werden. Gibst du wiederum deine Erfahrung zurück oder hilfst anderen, wirst du merken, dass dies zusätzlich motiviert. Außerdem macht es einfach glücklich, anderen helfen zu können und zu sehen, dass diese Hilfe sich direkt positiv auswirkt.

Darüber hinaus können Trainingspartner und Kontakte, die durch den Sport entstehen, bei ganz praktischen Dingen helfen. Du fängst zum Beispiel eine neue Sportart an und weißt noch gar nicht, was du dafür alles brauchst. Sind bestimmte Trainingsklamotten wichtig? Was sind sinnvolle Anschaffungen? Mit deinen neuen Sportbekanntschaften kannst du gemeinsam shoppen gehen oder dich auf die Suche nach Aktionen machen, von denen ihr aktuell profitieren könnt. So ersparst du dir Recherchen und Informationen, die sich oft widersprechen und eine ganze Menge Zeit und Geld. Außerdem macht der Austausch mit anderen, das vergleichen und eventuell gemeinsame Einkaufen und Anprobieren der neuen Trainingsoutfits auch einfach Spaß.

SOZIALE VERPFLICHTUNGEN ALS CHANCE

Beschließt du, mit anderen im Team Sport zu machen, verabredest du mit den anderen in aller Regel einen Termin und gehst somit eine soziale Verpflichtung ein. Natürlich zwingt dich niemand, dieser Verpflichtung nachzugehen. Du kannst auch wieder absagen. Die Konsequenzen die damit einhergehen, wiegen aber eindeutig höher, als die Konsequenzen, die folgen, wenn du alleine Sport treibst, bzw. dich aus Faulheit einfach spontan dagegen entscheidest.

Denn dann musst du die anderen anrufen oder ihnen per Gruppenchat absagen. Und sie damit im Stich lassen oder, wenn dir das zu hart klingt, zumindest Rechtschaffenheit ablegen. Schreibst du ihnen, dass du einfach zu faul bist oder keine Lust aufs Training hast, wird sich das mit Sicherheit nicht gerade gut anfühlen. Also möchtest du dieses Gefühl grundsätzlich vermeiden und drückst dich erst gar nicht vor dem Sport. Du solltest die sozialen Verpflichtungen, die du durch die Sportverabredungen eingehst, also als echte Chance begreifen. Am besten vereinbart ihr sogar konkrete Termine und legt Regeln für eure Trainingstreffen fest.

DISZIPLIN DURCH REGELN UND TERMINE

Wenn du schon einmal versucht hast, regelmäßig Laufen oder auch ins Fitnessstudio zu gehen, hast du sicher gemerkt, dass feste Termine einen großen Unterschied ausmachen. Sagst du dir nur "Ich gehe die Woche mindestens ein Mal trainieren", wirst du vielleicht genau dieses eine Mal gehen und den Rest der Woche faulenzen. Wenn du aber beispielsweise für Montag, Mittwoch und Samstag feste Trainingseinheiten einplanst, hältst du dich höchstwahrscheinlich eher an diese Termine.

Beim Sport im Team ist es, auch aus bereits genannten Gründen, noch viel wahrscheinlicher, dass du zum Training erscheinen wirst. Außerdem ist ein gemeinsam wahrgenommener Termin auch schon das erste gemeinsame Erfolgserlebnis: Das Team ist erschienen, alle sind mehr oder minder motiviert und konnten sich disziplinieren und im Sinne aller aufraffen. Jetzt kann das Training nur noch gut werden.

Da der Mensch ein Gewohnheitstier ist, solltest du mit deinem Team feste Termine ausmachen, zu denen ihr euch immer trefft und gemeinsam trainiert. Irgendwann wird der Sport dann nämlich zur Selbstverständlichkeit und die "Disziplinierung" ist Schnee von gestern. Sprich mit deinem Team am besten auch konkrete Regeln nicht nur für das Training, sondern auch für den Fall ab, dass jemand das Training schwänzt. Wichtige Termine, Krankheiten usw. sind natürlich Ausnahmen. Hat aber jemand aus der Trainingsgruppe einfach "keinen Bock", muss er die anderen nach dem nächsten Treffen zum Beispiel auf ein Radler einladen oder Ähnliches. Die Motivation, regelmäßig zum Sport zu erscheinen, steigt dadurch zusätzlich!

#Teamsport, #Bootcamp Veröffentlicht in: BlogTrainingMotivationNews