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Vegan vs Paleo

Vegan vs Paleo

Lesezeit: Circa 6 gesunde Minuten

Vegan? Paleo? – Gesund ernähren, aber wie?

Zwei Ernährungsformen im Trend und Wettstreit

Vegan Paleo

Richtige und gesunde Ernährung gehört zu den zentralen Bestandteilen unseres Bootcamp-Bewegungskonzepts. Und ein spannendes Thema ist dies allemal, denn so viele verschiedene Trends, Ratschläge und Empfehlungen geistern durch die Medien – überall und immer wieder versprechen neue Top-Konzepte Wunder, wenn man ihre speziellen Regeln befolgt. Zwei aktuelle Ernährungs-Trends nehmen wir heute für euch unter die Lupe: den Veganismus und die sogenannte Paleo- oder auch Steinzeit-Diät.

Sie ist die meist gegoogelte Ernährungsform 2013: die Paleo-Diät. Ihr gegenüber eine ganz andere Richtung, die sich auch vieler Anhänger erfreut – die vegane Ernährung. Die extreme Gegensätzlichkeit beider Methoden macht die Frage umso interessanter: Was is denn nun richtig?

Mehr liest du übrigens in unserem Artikel Was ist die beste Diät? Hier nehmen wir genau unter die Lupe, welche Ernährungsform die wirklich beste ist ;)

Gegensätzlich wie Feuer und Wasser?

Zunächst mal ja. Vegane und Paleo-Ernährung folgen grundsätzlich sehr verschiedenen Konzepten. Kern der Philosophie ist bei den Veganern die zu 100 Prozent pflanzliche Kost, während Paleo-Fans einen hohen Anteil tierischer Produkte auf dem Speisezettel haben.

Immer mehr Spitzensportler, wie zum Beispiel die Los Angeles Lakers, fangen an, sich nach steinzeitlichen Prinzipien zu ernähren. Doch auch die Gruppe der Veganer wächst. Ein lesenswertes Buch dazu ist Jonathan Safran Foers Sachbuch „Tiere Essen“ (Eating Animals) – lesenswert deshalb, da Foer informiert, ohne zu bekehren. Eindrucksvoll, aber sachlich weist er auf die Gefahren und Probleme von Massentierhaltung hin, fordert den Leser jedoch nicht explizit dazu auf, Vegetarier zu werden.¹

Vegan Paleo Diät

Die Unsicherheit bezüglich der richtigen Nahrungswahl macht auch vor unseren Booties nicht halt. Sehr oft führen widersprüchliche und gegensätzliche Empfehlungen verschiedener Diätformen zu Verwirrung, denn unter den Experten und in den Medien gibt es alles und jedes, nur eines nicht: Einigkeit. Zum Glück haben wir Experten im Team, und darunter einen, der sogar zu beiden Ernährungsformen nicht nur viel Wissen, sondern auch jede Menge eigene Erfahrung mitbringt: Hanjo Fritzsche, einer unserer erfahrensten Ernährungsberater im Team, der sich 5,5 Jahre streng vegan ernährt hat (knapp 20 Jahre auch vegetarisch) und nun seit zwei Jahren seinen Speisezettel nach der Paleo- oder auch Steinzeiternährung gestaltet. In Theorie und Praxis kennt er die Argumente beider Seiten. Und er weiß auch, dass trotz des so großen Gegensatzes die vegane und Paleo-Ernährung durchaus einige Gemeinsamkeiten haben. Doch nun der Reihe nach. Schauen wir uns jede Ernährungsrichtung einmal genauer an.

Vegan leben – Tierleid vermeiden

Vegan Paleo Diät

„Vegan leben“ ist nicht nur das Befolgen eines bestimmten Speiseplans. Es ist vielmehr eine Lebensphilosophie. Veganer verzichten auf sämtliche Produkte mit tierischem Ursprung. Und das nicht nur beim Essen: Strenge Veganer tragen keine Kleidung aus Leder oder Wolle und achten beispielsweise auch bei der Auswahl von Kosmetik genau auf die Inhaltsstoffe. Im Gegensatz zu Vegetariern wollen Veganer nicht nur den Tod von Tieren vermeiden, sondern allgemein das Tierleid. Tierhaltung wird daher generell abgelehnt, was in der Konsequenz heißt, neben Fleisch und Fisch auch keine Milchprodukte oder Eier und Honig zu verzehren. Viele Veganer verfolgen zusätzlich das Ziel, umweltverträglich zu leben und einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen mit ihrer Lebensweise – die Produktion von tierischen Lebensmitteln benötigt nämlich zum Beispiel mehr CO2, Wasser sowie Energie.

Paleo – Fleisch aus artgerechter Haltung

Anhänger der Steinzeiternährung oder Paleo-Diät richten den Blick ganz weit zurück in die Vergangenheit und versuchen, möglichst ähnlich zu essen wie unsere Vorfahren zu Fred Feuersteins Zeiten. Die dahinterstehende Philosophie und Begründung: Genetisch gesehen seien wir alle immer noch Steinzeitmenschen und nicht an die moderne Ernährungsweise angepasst. Evolutionär neue Lebensmittel wie Getreide- und Milchprodukte, die erst in den letzten 10.000 Jahren auf unseren Tellern gelandet sind, werden kritisch beäugt und von der Speisekarte gestrichen. Und tatsächlich ist es so, dass einer Vielzahl an Menschen Getreide und Milch zu schaffen machen und beispielsweise Laktoseintoleranz weit verbreitet ist.

Übrig bleiben für den Paleo-Köstler alle pflanzlichen natürlichen Lebensmittel aus der Kategorie Gemüse, Kräuter, Obst, einige Wurzeln und Knollen sowie Nüsse und Samen, die es vor der Erfindung der Landwirtschaft gab. Dazu kommen Fleisch, Eier, Fisch und Meeresfrüchte. Eine Gemeinsamkeit mit Veganern: Paleo-Anhänger verurteilen Massentierhaltung, die Tieren kein artgerechtes Leben ermöglicht. Daher achten richtige Paleos auf höchste Qualität bei tierischen Produkten.

Vegan leben – wie gesund ist’s wirklich?

Vegan Paleo DiätDie Entscheidung für eine vegane Lebensweise geht ursprünglich auf ethisch-moralische sowie ökologische Gründe zurück. Wie bei allen Lebens- und Ernährungstrends üblich, behaupten auch hier einige Vertreter immer wieder, das vegane Leben sei das gesündeste. Populäre Argumente, die immer wieder überzeugend unters Volk gestreut werden, lauten beispielsweise, tierisches Fett im Fleisch und Cholesterin im Ei seien gefährlich oder tierisches Eiweiß würde die Entwicklung von Krebs fördern. Oder pflanzliche Lebensmittel hätten mehr Vitamine und Mineralstoffe.

Nach aktuellem Stand der Wissenschaft ist überraschenderweise jedoch keine dieser Thesen haltbar – im Gegenteil: sie wurden mittlerweile klar widerlegt.² Es gibt in der Konsequenz keine generellen gesundheitlichen Vorteile (z. B. viel gesundes Gemüse), welche man nicht auch mit einer Mischkost erzielen könnte. Dennoch zeigen zahlreiche Leistungssportler, dass man auch ohne tierische Produkte Top-Leistungen vollbringen kann – egal ob als Bodybuilder oder als Ultra-Marathonläufer.

Paleo-Ernährung – nährstoffreich und vielseitig

Bei der Steinzeiternährung ist man bestens mit ausreichend hochwertigem Eiweiß sowie allen essentiellen Fettsäuren versorgt. Gemüse und Obst kommen dabei nicht zu kurz. Im Gegenteil, sie sind ein sehr großer Bestandteil dieser Ernährung. Aufgrund der vielseitigen Nährstoffquellen liefert keine andere Ernährungsform mehr essentielle Vitamine und Mineralstoffe. Fleisch liefert insgesamt viel mehr essentielle Nährstoffe als Tofu, Brot oder Nudeln – egal ob Vollkorn oder nicht. Auf Getreide- und Milchprodukte zu verzichten macht nicht nur bei Laktoseintoleranz oder Menschen mit Zöliakie Sinn. Viele von uns reagieren mit einer unbemerkten Immunreaktion auf diese Lebensmittel. Die daraufhin ausgeschütteten Entzündungsbotenstoffe stören das Hormon Insulin bei der Arbeit (Stichwort: Insulinresistenz). Dies ist eine echte Abnehmbremse! Weiterhin können zahlreiche Krankheiten, insbesondere Auto-Immun-Krankheiten durch problematische Anti-Nährstoffe in Getreide und Hülsenfrüchten gefördert werden.³

Aufgepasst! – Missverständnisse und Irrtümer kennen

All dies heißt natürlich nicht, dass man zwangsläufig von Getreide- und Milchprodukten krank wird. Es hat im Laufe der Evolution bei Menschen durchaus Anpassungen an neue Ernährungsformen gegeben; und so gibt es auch viele Menschen, die mit einer Lactosetoleranz ausgestattet sind und über das Lactase-Enzym verfügen, das zur Verarbeitung von Milchzucker benötigt wird.

Weiteres Augenmerk verdient die Nahrungsquelle Fleisch: Da Fleisch ein bedeutender Bestandteil der Paleo-Speiskarte ist, wird fälschlicherweise oft unterstellt, dass Paleo extrem fleischintensiv ist. Fleisch ist hier zwar ein wichtiger und hauptsächlicher Lieferant der Nahrungsproteine, aber mengenmäßig bei weitem nicht der größte Anteil, sondern ein Teil neben vielen anderen Dingen wie Gemüse, Früchte, Eier, Nüsse und andere Sämereien. Letztere überwiegen auf dem Teller sogar.

Vegan oder Paleo - für Gewicht, Gesundheit und im Alltag

Vegan Paleo DiätVielleicht möchtet ihr ja selbst mal experimentieren und eine der Ernährungsweisen in euren Alltag integrieren? Hier dazu noch mal kurz das Pro und Kontra von Veganismus und Steinzeit-Ernährung im direkten Vergleich hinsichtlich der Bereiche Abnehmen, Gesundheit und Alltagstauglichkeit :

  • Abnehmen: So lange man als Veganer nicht viele Proteinpulver zu sich nimmt, ist der Kohlenhydratanteil hier zwangsläufig recht hoch (Achtung! Viele Sojaprodukte zu essen ist auf Grund der östrogenen Wirkung von Soja keine gute Idee). Die daraus resultierenden hohen Insulinwerte fördern bei vielen Menschen das Übergewicht. Die Steinzeiternährung sorgt Dank höherem Anteil an Fett und Eiweiß für stabile Insulinwerte und bessere Sättigung. Daher lässt sie sich auch besser mit den Grundprinzipien des Bootcamp-Ernährungskonzepts umsetzen. Vorteil: Paleo.
  • Gesundheit: Veganer laufen Gefahr, bei einigen essentiellen Nährstoffen zu kurz zu kommen: Vitamin B12, Eisen, Jod, die Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA. Die Paleo-Ernährung liefert dagegen ausnahmslos alle wichtigen Nährstoffe. Vorteil: Paleo.
  • Alltagstauglichkeit: mit entsprechender Planung und Disziplin können beide Ernährungsformen erfolgreich umgesetzt werden. Auch wenn man zunächst auf viele der typischen Leibspeisen verzichten muss und die Speisekarte im Restaurant nicht mehr so viele Optionen bietet. An schmackhaften Alternativen mangelt es Dank kreativer Rezeptideen nicht. Vorteil: ausgeglichen.

Paleo und vegan in Restaurant und Alltag

Hier kurz dargestellt ein paar Beispiele, wie man sich mit beiden Ernährungsformen durch den Alltag bewegen kann:

Beim Italiener:

  • Vegan: Nudeln mit Tomatensauce, Pizza ohne Käse.
  • Paleo: Fischfilet/Steak mit frischem Gemüse.

Im Wirtshaus:

  • Vegan: Kartoffeln mit gemischtem Gemüse.
  • Paleo: Schweinsbraten mit Blaukraut und Krautsalat.

Fastfood:

  • Vegan: Falafel-Sandwich.
  • Paleo: Dönerteller mit Salat.

Beim Bäcker:

  • Vegan: Brote je nach Rezept.
  • Paleo: nichts. ;-)

Die besten Blogs für Rezeptideen für beide Trends findet ihr hier:

Einen Gesamtbeitrag über die verschiedenen Ernährungsformen und welche Ernährungsform sich am besten als Diät eignet, findest du hier:

Was ist die beste Diät? Paleo? Vegan? Low Carb? Intermittierendes Fasten?

Euer Autor & Experte für dieses Thema: Hanjo Fritzsche, Headcoach für München

Nachtrag:

Das kleine fehlende Wort "ausreichend" vor dem Wörtchen "nur" hat zuletzt in diesem Artikel zuerst für Verwirrung gesorgt : Natürlich sind essentielle Aminosäuren,sowie Vitamin B12 auch in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten und nicht nur in tierischen Produkten. Jedoch ist die Menge in Fleisch und Fisch deutlich höher, sodass damit der Bedarf leichter gedeckt werden kann. Wir entschuldigen uns vielmals für diesen kleinen Fehler und danken unseren aufmerksamen Lesern für den Hinweis.


Quellen:

¹Foers, Jonathan Safran (2010). Eating Animals. Back Bay Books.

²Taubes, Gary. (2008) Good Calories. Bad Calories. Anchor.

³Cordain, Loren (1999). Cereal Grains: humanity’s double-edged sword. World Review of Nutrition and Dietetics; 84:19-73.

Wolf, Robb (2010). The Paleo Solution. Victory Belt Publishing.

Brazier, Brendan (2013). Vegan in Topform - Der vegane Ernährungsratgeber für Höchstleistungen in Sport und Alltag - Die Thrive-Diät des berühmten kanadischen Triathleten. Unimedica.

Lindeberg, Staffan (2010). Food and Western Disease: Health and Nutrition from an Evolutionary Perspective. Wiley-Blackwell.

Andi vor 4 Jahren at 15:52
Vielen Dank für diesen wirklich tollen Blogeintrag. Es ist auch mal schön, eine differenzierte und wohl durchdachte Meinung zu diesen zwei Ernährungsformen zu lesen - macht weiter so! Auch wenn ich als Plant-Based Sportler kein Fleisch esse, so finde ich, dass die Paleo-Ernährung tausend mal besser ist, als die typische Standard-Ernährung eines Deutschen.
Hanjo Fritzsche vor 4 Jahren at 09:22
Hi Andi, Danke für dein Feedback! Freut mich... und ja, auch vegetarisch/vegan kann man ja sehr gesund leben (und sport machen) vorausgesetzt man gleicht mögliche Schwachstellen der Ernährungsform aus. Viel Erfolg dabei!
Gonzalo vor 4 Jahren at 10:28
Sind Nudeln vegan?
Hanjo Fritzsche vor 4 Jahren at 09:24
Hi Gonzalo, die meisten Nudeln sind vegan, auch die beim Italiener im Restaurant. Aber es gibt auch Nudeln mit Eiern. Am besten also vorher nachfragen....
Jane Doe vor 4 Jahren at 14:40
Welche ist die richtige Ernährung? Eine vielseitig maßvolle Mischkost, essen, worauf man Appetit hat, essen, wenn man Hunger hat und aufhören, wenn man satt ist. Vor allem aber keine Verbote und strike Auflagen! Vegan oder Paleo? KEINES von beiden :)))
Hanjo Fritzsche vor 4 Jahren at 09:27
Hi JaneDoe, wenn ich esse worauf ich Appetit habe, würde ich leider jeden Tag Pizza und Snickers essen. Und je nach Betrachtungsweise kann das ja "maßvolle Mischkost" sein ,wenn ich noch einen Salat dazu esse. ;-) Mir persönlich tun also ein paar strikte Auflagen sehr gut. Was übrigens auch nicht bedeuten muss dass man sich alles verbietet... Cheers!
Jane Doe vor 4 Jahren at 15:17
Hallo Hanjo,
eine selbstgemachte Pizza ist gesund und je nach Lebensstil braucht wohl Dein Körper Kohlenhydrate?
Ich kann meinen letzten Beitrag ja gerne genauer erläutern. Ich habe verschiedene Ernährungsweisen durchgetestet und zwar aus gesundheitlichen Gründen. Ich bin erblich etwas belastet (psychisch) von daher interessiert mich natürlich das Thema gesunder Lifestyle. Habe auch Low Carb und Paleo ausprobiert. Paleo ist ja eigentlich auch Low Carb. Geht bei mir gar nicht: Meine Symptome tauchen wieder auf, obwohl ich medikamentös gut eingestellt bin, und zwar stärker als jemals zuvor. Wenn schon Paleo, musste ich auch aufgrund meines sportlich sehr aktiven Lebensstils mit Reis ergänzen. Low Carb verschlimmert mein Leiden um das 10.000fache!!!! Außerdem hatte ich nie so schlimme Regelschmerzen wie unter Low Carb / Paleo. Also habe ich dann Paleo mit einer mittelmäßigen Kohlenhydratzufuhr gemacht, was lange auch gut ging. Irgendwann aber begannen meine Muskeln beim Sport zu schmerzen, ich wurde aufgrund der vielen Einschränkungen unglücklich, auch der Zeitaufwand ist nicht ohne und wer die Zeit zum diesen ganzen Kram zum kochen nicht hat, der muss sich auf einseitige, simple Küche beschränken. So wie ich es tat. Irgendwann hängt es Dir zu den Ohren raus!! Irgendwann gelüstet es Dich nach einer leckeren, knusprigen Pizza, nach Pasta, nach Tofu, nach Käse, nach Sojajoghurt, nach der Lieblingsmandelmilch, der Macadamiamilch, beide gesüßt mit Agavendicksaft. Irgendwann magst Du einfach nur Abends kurz etwas vorbereiten, ..... und greifst halt mal zur Soße aus dem Glas. Alles clean, total bio, enthält aber Sonnenblumenöl. Irgendwann gierst Du nach den Pommes...auch clean, aber halt mit Rapsöl. Irgendwie waren all diese strengen Auflagen nichts für mich. Ab und an mag ich es schnell und praktisch. Ab und an bin ich am Abend und am Wochenende einfach zu müde, zu schlapp um zu kochen oder schlicht und einfach unterwegs. Seit ich wieder "ganz normal" esse, geht es mir viel besser, dieses ständige Planen, vorkochen, zubereiten, in der Küchenmaschine zerhäkseln: Stress pur und gut die Hälfte meiner eh schon spärlichen Freizeit geht drauf. Neee, muss nicht sein. Man kann sich auch als Zöliakiepatientin vielseitig, glutenfrei und maßvoll ernähren, ohne sich in ein Korsett zu zwängen.
gfaw vor 2 Jahren at 16:21
@Jane Doe

"Ich bin erblich etwas belastet (psychisch) von daher interessiert mich natürlich das Thema gesunder Lifestyle... "

Die gesündeste Ernährung ist die natürliche und natürlichste Ernährung, also das was du essen müsstest gäbe es die Zivilisation nicht (Supermärkte voll mit industriell hergestellten Füllstoffen die dann als "Nahrungsmittel" bezeichnet werden, Äcker, Obstplantagen, usw.) - also Fische, (Klein-) Tiere, Wurzeln, Nüsse, saures Beerenobst, gelegentlich Honig, aber auch Milch (-produkte) wenn du beispielsweise ein weibliches Säugetier erlegt hättest.

Schaut man sich die Ernährung von Völkern an die noch weitestgehend von der Zivilisation unbehelligt leben, dann stellt man fest, dass diese sich primär von tierischen Produkten ernähren, sofern sie die Möglichkeit dazu haben und Kohlenhydrate (Sago, Yams, etc.) für Energie supplementieren, aber nicht andersrum. Kein natürlich lebendes Volk ernährt sich überwiegend von Kohlenhydraten und pflanzlichem Fett, und das sind Leute die mental und körperlich gesund sind.

Grundsätzlich kann man sagen:
Tierische Nahrung nährt und erhält den Körper strukturell, pflanzliche Nahrung reinigt und entschlackt den Körper. Kohlenhydrate braucht der Körper nicht, da er auf verschiedenen Wegen seine Energieversorgung aus Glykogen- und Fettdepots herstellen kann.

Kohlenhydrat-Gabe ist aber eventuell bei Sportlern nötig um gewisse sportliche Leistungen zu erzielen für die der Mensch an sich nicht geschaffen wurde. Der Stoffwechsel des Menschen ist, wie bei jedem Tier, darauf ausgelegt, dahingehend optimal zu funktionieren, um sein überleben und die Erhaltung seiner Art sicher zu stellen, nicht um Ultramarathons zu laufen oder sich aus ästhetischen Gründen 10kg zusätzliche Muskelmasse anzutrainieren.


"... dieses ständige Planen, vorkochen, zubereiten, in der Küchenmaschine zerhäkseln ..."

Musst man nicht. Das einfachste ist Fleisch, Milch und Eier roh zu essen - was im Übrigen auch die Variante ist wo die meisten Nährstoffe am besten vom Körper aufgenommen werden.

Wem das zu krass ist, der kann Eier und Fleisch selbstverständlich auch zubereiten, aber letztlich ist das keine Frage des Aufwandes, sondern der "Schleckigkeit", der psychischen Abhängigkeit von "Geschmack" und der Idee Essen müsste in Form bestimmter Gerichte zubereitet sein - kann man so machen, muss man aber nicht.
Oliver vor 4 Jahren at 08:36
Hallo, vielen Dank für den tollen Artikel und der Auseinandersetzung mit dem Thema. Leider finde jedoch den Aritkel zu einseitig bzw. zu pro paleo geschrieben. Man erkennt klar die eigene Meinung und Vorliebe des Autor wieder. Ich hätte mir da mehr Objektivität gewüsche. Beide Formen haben ihre Pros und Contras. Und keine der beiden ist der heilige Gral. Den gibt es nämlich in der Ernährung nicht. Ich persönlich erachte eine vegane Ernährung im globalen Gesamtkontext als die bessere Form.
Vegane Diaet vor 3 Jahren at 22:08
Danke für den schönen Artikel.Ich lebe ebenso die vegane Ernährungsform, dass man "keine Zeit" hat zu kochen, wie ich in einem vorherigen Kommentar lese, kann ich nicht so ganz nachvollziehen, schließlich tun wir doch unserem Körper etwas Gutes damit. Die vegane Ernährung hat mich unglaublich bereichert, die Fülle ist unermesslich. Paleo kann ich nebenfalls nicht nachvollziehen; tönt eher nach altem Wein in neuen Schläuchen. Wie dem auch sei. Heute, nach vier Jahren vegan, bin ich rundum gesund, und hatte noch nie so ein gutes Blutbild. Vorher drehe sich alles bei mir um konfuse Fressatacken, körperliche Schieflagen mit ingegriffen.
Auf der Basis der Veganen Diaet nahm ich sogar 24 Kilo ab. Einen Weg zurück? Ich denke nicht im Traum daran.

Grüße
Jane Doe vor 3 Jahren at 08:39
Hallo Vegane,
keine Zeit zum Kochen geht so: Vollzeit berufstätig, langer Arbeitsweg, 4x die Woche Sport plus ein weiteres Hobby, plus gesellschaftliche Events. All dies muss in meine spärliche Freizeit passen, da habe ich weder Zeit noch Bock länger als 15 Minuten in der Küche zu stehen, erst recht nicht im Sommer bei schönem Wetter. Da habe ich echt Besseres zu tun, als stundenlang vorzukochen. Es gibt Bio und cleane Fertigprodukte, man muss halt dafür etwas tiefer in die Brieftasche greifen aber das ist es mir Wert.
Bei dem alten Wein in neuen Schläuchen hast Du vollkommen recht! Paleo ist nichts Anderes als eine Abwandlung von Atkins und wieder so ein Low Carb Schwachsinn. Ich habe noch nie so schlechte Leistungen im Sport gebracht, wie unter der Paleo Ernährung! Ich war nie so übel gelaunt und ständig genervt wie damals mit Paleo, hinzu kam der enorme Zeitaufwand fürs Kochen und Einkaufen, das gut die Hälfte meiner wertvollen Freizeit wie ein schwarzes Loch verschlang. Inzwischen esse ich schlicht und einfach worauf ich Appetit habe, höre einfach auf meinen Körper, verbiete mir NICHTS! Aber jeder fühlt sich eben anders wohl, das ist individuell. Für mich lautet das Fazit: weder Paleo, noch Vegan. Ich mag mir nichts verbieten - abgesehen vom Gluten, das ich halt nicht vertrage. Ich greife zu möglichst natürlicher Nahrung, aber das war´s schon.
Vegane Diaet vor 3 Jahren at 15:50
Hallo Jane,
Vollzeit berufstätig verstehe ich natürlich. Nur hat Vegan nichts mit Verzicht gemeinsam, und "wertvolle Zeit zum kochen" verschwenden? Da fängt grad die Leidenschaft, in Verbindung mit körpergerechter Kochkunst an, letztendlich kommt uns das ganzheitlich zu Gute. Ich nenne das Achtsamkeit und Selbstliebe. Ich selbst war lange im Leistungssport, vom Ehrgeiz zerfressen- am Ende war es eine innerliche Diskrepanz und eine Suchtverlagerung, die Flucht vor etwas, unzufrieden mit mir selbst. Ähnlich wie bei einem Veganer, der der den gelebten Widerspruch mit Fleischersatz lebt. Nichts verbieten? Ich verbiete mir auch nichts, ich lass nur die Tiere in Ruhe; denn ob konventionell oder Bio alle sind mit Antibiotika, Wachstumshormonen, Beruhigungsmitteln & Co vollgepumpt. Anders ist das nicht möglich in der Massentierhaltung. Bei Milch, Joghurt & Co ist es das selbe, voll Mit Gluten bzw. Kasein. Jeder Diabetiker Typ II hat einen erhöhten Serum-Spiegel von Kasein, und: das Kasein aus der Milch ist ein sogenannter Doppel-Komponenten Kleber, damit werden übrigens die Hitzekacheln vom Space Shuttle angebracht. Bezüglich der Massentierhaltung werden täglich 11 Fußballfelder von der grünen Lunge unserer Erde gerodet, um immer mehr Soja für die Tiere anzupflanzen, neben den Feldern verhungern die Kinder.1Kilo Fleisch verbraucht 3000 Liter Wasser, als Beispiel.
Kuh, Rind, Schwein & Co werden krank geschlachtet. Soviel dazu; "Ich esse worauf ich Appetit habe". Lesen die Menschen keine Studien mehr? Komisch, ich frage mich warum das keinen bedrückt, fehlt es uns so an emotionaler Intelligenz, dass uns die runde Kugel namens Ball auf dem grünen Spielfeld wichtiger ist als unsere Erdenkugel? Machen wir so weiter, brauchen wir gerade mal in 25 Jahren 3 Erden. Vegan schafft Frieden, und Ego schafft Feindbilder-gegen einen selbst.

Grüße
gfaw vor 3 Jahren at 10:05
Wer TIERLEID sagt sollte diesen Aspekt auch ausführlich beleuchten, sonst ist es nur Vegan-Agenda Propaganda.

Was "Tiere-sind-meine-Freunde-ich-esse-meine-Freunde-nicht"-Veganer gerne ausblenden sind folgende Punkte:

1. Veganismus beruht auf mit industriellen Methoden hergestellten Kohlenhydraten zur Energieversorgung. Sicher sind andere Anbaumethoden möglich, aber im grßen Stil nicht praktikabel, daher Veganismus = Industrielle Landwirtschaft.

2. Industrielle Landwirtschaft erfordert Monokulturen, Kunstdünger, Pestizide und Erntemaschinen. Chemie und Mechanik töten Myriaden an Kleinlebewesen. Dieses Tierleid (und wir müssen hier die Anzahl der Tierseelen sehen, nicht die Biomasse) ist viel größer als Tiere zu töten um sie zu essen, denn hier sterben Tiere völlig sinnlos für eine Pseudo-Mitleids-Ideologie, die weiterhin wesentliche natürliche Zusammenhänge negiert.

Um die Unnatürlicheit veganer Ernährung zu verstehen kann jeder überzeugte Veganer ein Experiment machen: einfach mal versuchen sich 2 Wochen ausschliesslich von der Natur zu ernähren. Äcker und Kulturfrüchte sind tabu. Und: vorher und nachher wiegen nicht vergessen!

Es ist nämlich schlichtweg dauerhaft nicht möglich in der Natur mit einer Veganen Ernährungsweise zu überleben, da mehr Energie in Nahrungssuche und Zubereitung investiert werden muss als rauskommt - und das führt dauerhaft zum Tod durch verhungern - denn leider haben wir keinen Pansen und können daher pflanzliche Biomasse nicht verdauen (Bei Wiederkäuern machen das übrigens auch Bakterien mit denen Wiederkäuer eine symbiotische Beziehung haben).

Weiterhin ist es perfekt möglich die Welt LowCarb mit Fokus auf tierische Fette zu ernähren und dazu braucht man keine Massentierhaltung. Massentierhaltung ist Industrie und wird nur aus Profitgründen betrieben nicht weil "Fleischproduktion" nicht anders möglich wäre.

Im Gegenteil, Weidetiere sind nicht nur nicht schädlich für das Klima sondern sogar sehr gut dafür: Weidetiere die ausschließlich natürliche Nahrung, also Gräser, fressen, produzieren so gut wie kein Methan (das kommt vom Getreide, das sie nur bekommen um sie schneller zu mästen (ja, mit Kohlenhydraten mästet man, nicht mit Fett) und ihre Fäkalien zusammen mit der "Beinarbeit" produzieren Humus und damit Mutterboden - das was industrielle Landwirtschaft vernichtet.

Sicher ist Massentierhaltung falsch, grausam, unwürdig und abzulehnen, aber kein Fleisch zu essen ist nicht die Lösung, kein Fleisch zu essen ist der sichere Weg in die Hölle - die persönliche, die gesellschaftliche und die Umwelthölle.

Ich empfehle dazu jedem den's interessiert mal Dr Natasha Campbell-McBride und Tim Noakes zu recherieren oder auch wissenschaftliche Studien zum Thema LCHF vs. LFHC wenn es um Ernährung und Gesundheit geht, z.B. hier: https://authoritynutrition.com/23-studies-on-low-carb-and-low-fat-diets/
Karsten Reuss vor 2 Jahren at 16:11
Beide Ernährungsformen haben wie der Artikel gut erklärt auch ihre Gemeinsamkeiten. Man isst viel bewußter und beschäftigt sich intensiver mit den Lebensmitteln.

Unter Nachhaltigkeits- / ökologischen Aspekten liegt die vegane Ernährung vorne, da hier einfach deutlich weniger Ressourcen verbraucht werden. Die ganze Welt könnte gar nicht Paleo essen, dafür reichen unsere Ressourcen auf der Erde nicht aus.

Paleo ist dagegen (zumindest vom Prinzip her) noch stärker auf "Gesundheit" optimiert. Man versucht quasi mit modernen Lebensmitteln eine "artgerechte" Ernährung des Menschen zu erreichen. Bei jeden Haus- oder Zootier versucht der bewußte Halter ja auch, die Ernährung des natürlichen Lebensraumes nachzuarmen. Dann geht den Tieren eigentlich immer am besten. Kaninchen z.B. sollten Gras und frische Kräuter erhalten und ebenfalls kein / wenig Getreide, damit sie gesund bleiben usw... Und fast alle Naturvölker - zumindest die richtigen Jäger und Sammler - haben eben eine Fleischkomponente in ihrer Ernährung, ganz unabhängig davon, ob sie in Papua Neuginea oder im Amazonas leben. Aber natürlich kann man diese natürliche Ernährung des Menschen heutzutage nur noch imitieren, denn die Obst- und Gemüsesorten sind heute andere als die Urplanzen vor 20000 Jahren und das Fleisch stammt nunmal in den seltensten Fällen von Wildtieren, die den ganzen Tag frei umhergewandert sind. Das Obst/Gemüse ist süßer und zuckerhaltiger, das Fleisch meistens fetter als in der Steinzeit.

Trotzdem denke ich, dass mit Blick auf die Gesundheit Paleo die Nase von beiden vorn hat - zumindest, wenn man es richtig umsetzt und eben wirklich auf Massentierhaltungsfleisch und zu stark überzüchtete Obstsorten verzichtet.
Vegan Living vor 2 Jahren at 08:38
Heyho,

ich finde es toll, wie du die beiden Ernährungsformen teilweise sogar wissenschaftlich und sehr objektiv miteinander vergleichst.
Spitze ist auch die Integration vom wirklichen Alltag in den Beitrag. Weiter so!

Simon von Vegan Living
Hanjo vor 2 Jahren at 10:52
Hi Simon, Danke für das nette Kompliment! :-) Take care! Hanjo
Animaus vor 1 Jahren at 08:40
Hallo,

ich ernähre mich selbst vegan. Generell ein interessanter Beitrag, der mein Vorurteil zu Poleo etwas ausgleicht. Die Meinung des Autors ist hier dennoch klar rauszulesen, scheint es doch nur um "Fleisch als Quelle von Proteinen und Co. vs. Nüsse, Tofu und Co zu gehen. Als Vorurteil empfinde ich die Behauptung, Veganer würden kohlenhydratreich essen. Auch bei Veganern gibt es Unterschiede - klar, ich kann auch nur Pommes essen, aber man kann auch als Veganer Getreide weglassen / einschränken, Weizen komplett vermeiden usw. Ich wollte damals wissen, ob ich alles richtig mache und bin zu einem Ernährungsberater gegangen. Ich erfreue mich einer guten Gesundheit mit viel Energie und letztendlich 16 kg weniger (als Frau 1,70 von 78 auf 62 kg, ohne Sport, trotz Naschen) durch die vegane, basisch-orientierte Ernährung, unter ein paar Grundsätzen der TCM. Proteine bekomme ich zu genüge durch Nüsse, Linsen und Co. Und auch den Vorurteil mit den Kochzeiten kann ich wiederlegen - klar, ich kann auch den ganzen Tag nur kochen, aber ich kann mir auch schnell Gemüse dünsten, in der Zeit sogar noch den Haushalt machen, es eventuell mit ganzen vorgekochten Dinkelkörnern vermengen (auch das kostet keine Zeit) und fertig ist es. Wer kochfaul ist, wie ich es nunmal bin, der kann auch mit einem Hochleistungsmixer in 4 Minuten Suppen herstellen oder das Gemüse mit dem Nicer Dicer in windeseile klein schneiden.

Also, wer nur Angst um Zeit und Gewicht hat: es geht definitiv auch vegan - Go for it!
Vanessa Martins vor 1 Jahren at 13:05
Hallo liebe Animaus,
wow, vielen Dank für dein tolles und ausführliches Feedback zu den Kommentaren unseres Artikels!
Dass Veganer grundsätzlich länger in der Küche stehen und kochen, stimmt natürlich nicht! Der zeitliche Aufwand hängt immer von Erfahrungen, Vorlieben oder auch einfach der Lust der Köchin / des Kochs ab :)
Wir freuen uns über solch rege Diskussionen, da können wir alle etwas von mitnehmen!!