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Wildnis auf dem Teller - Regionale Produkte aus der Natur!

Wildnis auf dem Teller - Regionale Produkte aus der Natur!

Gesünder leben mit regionalen Produkten!

Unser Motto beim Bootcamp heißt: EAT. TRAIN. LAUGH. Neben dem Sport treibt uns auch gesunde Ernährung an. Wir legen Wert auf frische, saisonale, regionale und möglichst unverarbeitete Lebensmittel. Wer kann, holt sich diese am besten vom Bauern um die Ecke, aus dem Bioladen oder vom gut sortierten Supermarkt. Bislang relativ unbeachtet ist dagegen, was uns die Natur bietet: feinste Wildgemüse vor der Haustür!

Regionale Produkte

Wildgemüse wachsen wild und frei in der Natur. Die Natur bietet uns Menschen so viel – dabei sind wir selbst Natur. Wir sind nicht getrennt oder außerhalb von ihr. Wir haben uns mit ihr und in ihr entwickelt. In den letzten Jahren beweisen unzählige wissenschaftliche Untersuchungen, welche Nachteile die größer werdende Naturentfremdung uns bringt und im Gegensatz dazu, wie gut Naturnähe uns tut. Hier liest du mehr über die Vorteile der Natur! In Japan ist das „Wald baden“ zum Beispiel schon seit den 90er Jahren eine anerkannte Therapie-Form. Weil Natur uns guttut, sind wir vom Bootcamp gerne und viel draußen. Hier findest du 7 Gründe, wieso du besser draußen Sport machen solltest!

Regional leben - mit Wildgemüse!

Unsere modernen Kulturgemüse wurden über viele Jahrhunderte (die allerersten, wie Getreide, gar über Jahrtausende) gezüchtet. Die Ursprungsformen sind allerdings immer Wildpflanzen, die die Natur von sich aus, ohne menschliches Beitun entwickelt hat. Mit Hilfe von Züchtungsverfahren haben wir diesen Pflanzen in den letzten Jahrhunderten Vorteile hinzugefügt und Nachteile weggezüchtet. Besonders in den letzten Jahrzehnten war das Ziel der Züchtungen ein besonders schnelles Wachstum, Widerstand gegen Schädlinge & Krankheiten und eine voluminöse sowie möglichst schöne Endgröße. Leider bleiben dabei oft die Nährstoffe auf der Strecke (s. Bräutigam, Wilde grüne Smoothies, S. 12/13). Du hast Probleme damit, auf deine 5 a day Gemüse- (und Obst-)Empfehlung zu kommen? Dann findest du hier 5 Tipps, Gemüse in deinen Alltag zu integrieren!

Wildpflanzen wachsen in der Natur, in unseren Wäldern und auf unseren Wiesen noch annähernd so wie seit Jahrtausenden. Auch sie sind vor Einflüssen der Zivilisation nicht gefeit (Düngung, Wasserqualität, saurer Regen etc.). Aber die Nährstoffe sind in ihnen noch deutlich stärker vorhanden als bei den modernen Gemüse-Kulturzüchtungen (s. Bräutigam, Wilde grüne Smoothies, S. 12/13).

Nährstoffvergleich Wildpflanzen und Kulturgemüse

Leider gibt es wenig verlässliche Daten zu den Nährstoffen unserer Lebensmittel und der Wildgemüse. Es wird wenig geforscht, vor allem im Bereich Wildpflanzen – es besteht kein Interesse der Industrie. Eine relativ gute Quelle für Gemüse jeder Art ist der Bundeslebensmittelschlüssel. Allerdings haben wir auch hier nicht herausfinden können, wie die Daten erhoben werden. Wir müssen davon ausgehen, dass die Inhaltsstoffe der Pflanzen nicht immer gleich sind. Es gibt immer Abweichungen, abhängig von den Faktoren Standort, Bodenbeschaffenheit, Klima und von Einflüssen wie Nähe zu Düngung etc..

Im Bundeslebensmittelschlüssel befinden sich auch einige wenige Wildpflanzen. Die wenigen Daten zeigen Erstaunliches über unsere wild wachsenden Pflanzen:

Pflanze

Eiweiß

Natrium

Kalium

Magnesium

Calcium

Eisen

Folsäure

Vit. B6

Vit. C

Möhre

0,84 g

23 mg

355 mg

12 mg

21 mg

0,35 mg

17 µg

0,17 µg

3,22 mg

Zucchini

2,03 g

3 mg

177 mg

18 mg

25 mg

1,02 mg

10 µg

0,12 mg

17,6 mg

Süßkartoffel

1,63 g

4 mg

360 mg

18 mg

22 mg

0,66 mg

12 µg

0,27 µg

30 mg

Brennnessel

7,37 g

80 mg

475 mg

80 mg

713 mg

4,12 mg

30 µg

0,16 µg

333 mg

Löwenzahn

3,13 g

76 mg

501 mg

37 mg

168 mg

3,38 mg

40 µg

0,20 µg

67,78 mg

Sauerampfer

3,19 g

4 mg

287 mg

33 mg

58 mg

2,08 mg

35 µg

0,20 µg

117 mg

Alle Pflanzen wurden roh analysiert. Die Zahlen zeigen die Inhaltsstoffe auf 100 Gramm jeder Pflanze. Abkürzungen: g = Gramm / mg = Milligramm / µg = Mikrogramm. Quelle: Bundeslebensmittelschlüssel Version 3.01., www.ernaehrung.de

Allein die Zahlen dieser Pflanzen sind beeindruckend. Ein paar Beispiele: Die Brennnessel besitzt 10mal so viel Vitamin C wie die Süßkartoffel. Der Löwenzahn besitzt knapp 10mal so viel Eisen wie die Möhre. Daher bietet es sich an, die wild wachsenden Pflanzen zur Ergänzung unserer gesunden Ernährung zu nutzen. Wir tun damit nicht nur unserem Körper etwas Gutes - auch der Planet freut sich darüber: Wir verbrauchen weniger Energie & knappe Rohstoffe, die bei jeder Art von unter Menschenhand hergestelltem Gemüse verbraucht wird. Kein Gemüse-Fan? Hier entdeckst du, wie du dir dein Gemüse ganz einfach selbst unterschummeln kannst: 5 Tipps, Gemüse in deinen Alltag zu integrieren! Und letztendlich haben auch wir selbst Freude an der Zeit in der Natur und den selbst hergestellten Lebensmitteln.

Regionale Produkte: Leckere Wildpflanzen-Rezepte

(die Mengen beziehen sich auf 1 Portion)

Brennnessel-Spinat

Die Brennnessel erkennt eigentlich jeder und sie wächst fast überall. Was die wenigsten wissen: Sie ist unser heimisches Superfood, die Pflanze mit unschlagbar hohen Nährstoffen (siehe Tabelle). Die Ameisensäure in ihren Brennhaaren kann uns im Spinat nicht gefährlich werden. Hier ernten wir am liebsten den oberen, frischen Pflanzenteil.

ZutatenRegionale Produkte
3 große Handvoll Brennnessel-Blätter
½ Zwiebel
Olivenöl
Meersalz / Pfeffer / Muskatnuss als Gewürze
1 Bio-Ei

Zubereitung
Brennnessel-Blätter von den Stielen zupfen, waschen und wer mag auch grob hacken. Hier der Tipp: mit der Teigrolle 2-3mal drüber rollen, dann ist der Großteil der Brennhaare abgebrochen ihr könnt die Brennnessel anfassen ohne euch zu verbrennen. Zwiebel klein hacken, in heißem Olivenöl glasig anbraten. Die Brennnessel hinzufügen und 5-8 Minuten weich dünsten. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.
Dazu passt ein Spiegelei.

Giersch-Salat

Für die meisten Gartenbesitzer ist er ein lästiges Unkraut. Am besten einfach wegessen statt sich drüber zu ärgern. Mit seinem nussigen Möhrenaroma ist er viel zu schade, um ihn nicht in der Küche zu integrieren. Das ganze Jahr über wachsen frische, hellgrüne Blätter nach.

Zutaten
2 Handvoll kleine, hellgrüne Giersch-Blätter (je jünger desto leckerer)
4 Radieschen
10 Walnüsse (ggf. Feta-Käse)
Essig, Öl, Salz, Pfeffer, Honig, Senf für Dressing

Zubereitung
Die Giersch-Blätter waschen und grob zerrupfen / hacken. Radieschen und Walnüsse (und ggf. den Feta dazu) ebenfalls grob hacken. Zutaten mischen und mit dem Dressing übergießen.

Taubnessel-Smoothie

Regionale Produkte

Die Taubnessel ist eine clevere Pflanze: Mit ihren, der Brennnessel täuschend ähnlichen, Blättern ist sie vor Fraßfeinden gut geschützt. Auch hier pflücken wir den oberen Pflanzenteil, die Triebspitzen ggf. mit ein paar Blüten dran.

Zutaten
1 Handvoll Taubnessel-Triebspitzen
1 Banane oder Apfel
0,2 Liter Soja- oder Hafermilch

Zubereitung
Taubnessel-Triebspitzen gut waschen. Nicht zu stark auswringen, etwas Wasser darf mit in den Smoothie. Zusammen mit der Banane/Apfel und der Soja- oder Hafermilch in den Mixer. Auf hoher Stufe mixen, damit das Chlorophyll in den Taubnessel-Blättern ordentlich aufplatzt.

Gundermann-Schokoblättchen

Der Gundermann war viele Jahrhunderte eine der wichtigsten Heil- und Gewürzpflanzen bei uns. Heute ist er ziemlich in Vergessenheit geraten. Die rankende Bodenpflanze wächst in jedem Wald und hat starke ätherische Öle. Pur genossen scheiden sich an ihm die Geister, aber erhitzt und vor allem in Verbindung mit Fetten wandelt er seinen Geschmack großartig! Hier ein Rezept für eine wilde Nascherei.

Regionale ProdukteZutaten
30 Gundermannblätter
30 Gramm Zartbitter-Schokolade
1 Teelöffel Kokosöl

Zubereitung
Zartbitter-Schokolade mit dem Kokosöl im Wasserbad schmelzen. Die Gundermannblättchen einzeln eintunken, herausfischen und zum Trocknen auf einen Teller legen. Diesen für 1 Stunde in den Kühlschrank legen.

Regionale Sammeltipps – die 6 „W“s

Und nun heißt es: Genug der Theorie, jetzt wird rausgegangen und geerntet! Für alle, die noch nie Wildgemüse geerntet haben, hier ein paar Tipps dazu: Die sechs „W“s!

1.) WIE sammelt man Wildgemüse?

Wildpflanzen sammeln ist mit dem Einkaufen im Supermarkt nicht zu vergleichen. Dort können wir alles nehmen, was uns angeboten wird, manchmal ertappen wir uns dabei, wie wir das recht gedankenlos tun. In der Natur geht das anders: Wir können den Spaziergang ins Grüne, in den Park um die Ecke, in das kleine Wäldchen anders nutzen. Wir genießen die kurze Auszeit an der frischen Luft. Wir lassen die nachweislich gesunden Wirkstoffe der Bäume, Wiesen und der frischen Luft auf unser Immunsystem wirken (hier noch mal eine kleine Erinnerung, wieso wir uns öfter in der Natur aufhalten sollten). Und wenn wir schon einmal draußen sind, passt es ganz gut, dass Wildpflanzen Sammeln etwas Zeit und Achtsamkeit braucht. Denn wir müssen uns die Pflanzen genau anschauen - vielleicht in die Hocke gehen, um sie zu bestimmen. Das bedeutet automatisch Bewegung und gleichzeitig Entschleunigung. Wir fokussieren unsere Aufmerksamkeit für diese Minuten ganz auf die Pflanzen – ohne Ablenkung und Multitasking. So ein langsamer Spaziergang kann fast wie eine meditative Sporteinheit für Kopf und Körper sein.

Regionale Produkte

2.) WO finde ich das Wildgemüse?

Viele gehaltvolle Wildgemüse wachsen dort, wo die Diversität in der Natur am größten ist: In kleinteiligen Flächen, Randzonen und Übergangsgebieten – mal auf der Wiese, mal im Wald. Glücklicherweise haben wir in Deutschland inzwischen sehr viele Naturschutzgebiete – hier dürfen die Wege nicht verlassen werden. Das muss auch nicht sein, denn viele Kräuter wachsen am Wegrand. Aber vermeidet, auf gedüngten Wiesen, an Wildwechseln oder an Hundewegen zu sammeln!

3.) WAS kann ich sammeln?

Generell gilt: Immer nur das sammeln, was man kennt. Es gibt tatsächlich einige giftige und viele unbekömmliche Pflanzen in Deutschland. Besucht eine Wildpflanzenwanderung, besorgt euch einen Kräuterführer, macht euch im Internet schlau - ihr müsst nicht direkt alle heimischen Wildpflanzen erkennen können. Lernt eure 5 Lieblings-Pflanzen kennen, die ihr dann überall erkennen könnt.

4.) WANN ist die beste Zeit? Der Saisonkalender!

Wildpflanzen sind keine auf Haltbarkeit gezüchteten Gemüse. Sammelt zeitnah, wenn ihr sie braucht und verarbeiten wollt. Die meisten Pflanzen verlieren recht schnell wertvolle Inhaltstoffe. Der „Supermarkt“ Natur hat das ganze Jahr über geöffnet. Im Frühjahr und im Sommer gibt’s jedoch die meisten leckeren Dinge.

5.) WIEVIEL sollte ich sammeln?

Regionale ProdukteAlle Pflanzen, die nicht besonders geschützt sind, dürfen wir in Deutschland für den Eigengebrauch sammeln. Da Vorratshaltung bei Wildgemüse nicht funktioniert (zumindest nicht in unverarbeiteter Form), nehmt nur die Menge, die ihr an diesem Tag wirklich braucht. Am besten von verschiedenen Pflanzen jeweils nur ein bisschen, damit die Pflanze weiterwachsen kann. Und wenn mal von einer Sorte nur eine Pflanze dasteht, lassen wir sie lieber stehen und denken uns für diesen Tag ein anderes Rezept aus :) Beachtet beim Sammeln bitte eins: Die wilden Pflanzen haben alle recht viele Gerbstoffe, die wir durch unsere modernen Lebensmittel nicht mehr gewohnt sind. Stellt eure Ernährung langsam darauf um, probiert hier und da mal Wildpflanzen als Ergänzung und hört auf euren Körper, welche Menge er gut verdauen kann.

6.) WASCHEN ist Pflicht!

Auch wenn im Verhältnis zu dem konventionell angebauten Gemüse (oft voller Pestizide und Insektizide) die Wildgemüse verhältnismäßig sauber sind: Alle Pflanzen werden vor Verarbeitung mit klarem Wasser kurz abgespült. Für die Dekoration von Speisen mitgenommene Blüten waschen wir nicht, die schrumpfen dadurch zu sehr zusammen.

Wildgemüse-Wanderung und Büchertipps

Über essbare Wildpflanzen gibt es bereits eine große Menge Literatur. Wildpflanzen-Bücher zeigen dir, was du wann und wie essen kannst und von welchen Pflanzen du besser die Finger lassen solltest.

Regionale ProdukteBücher für Wildpflanzen-Einsteiger:

  • Bräutigam, Gabriele Leonie: Wilde Grüne Smoothies, Hans-Nietsch-Verlag 2013
  • Fleischhauer, Steffen Guido / Guthmann, Jürgen / Spiegelberger, Roland: Essbare Wildpflanzen – einfach bestimmen, AT-Verlag 2016
  • Greiner, Karin: Superfood, Heimische Wildpflanzen, Ulmer Verlag 2016

Wenn du jedoch keine Lust auf einsames Schmökern hast, dann hat das Katharina Voigt, Autorin dieses Artikels, genau das Richtige für dich! Denn in Bonn bietet sie das erste Mal eine Wildpflanzen-Wanderung an. Hier zeigt Katharina dir, wie du alle essbaren und bekömmlichen Pflanzen sowie giftige oder unbekömmliche Doppelgänger richtig erkennst. Lust bekommen? Klicke hier zum Sammeln regionaler Produkte in deiner Umgebung! Fragen zur Anmeldung? Dann melde dich bei ihr unter coyote@coyotecoaching.de

Bei der Wanderung entdeckst du gemeinsam in der Gruppe die Natur und das frische Nahrungsspektrum, das sie dir bietet. Und mit ganz viel Spaß schmeckt das Essen schmeckt danach gleich doppelt so gut!
Nicht nur draußen Sammeln, sondern auch gesammelt draußen Sporteln? Melde dich jetzt zu deinem Probetraining an und erlebe den Team Spirit von Original Bootcamp!

Regionale Produkte

Literatur

  • Bräutigam, Gabriele Leonie: Wilde Grüne Smoothies, Hans-Nietsch-Verlag 2013
  • Bundeslebensmittelschlüssel, www.ernaehrung.de
  • Fleischhauer, Steffen Guido / Guthmann, Jürgen / Spiegelberger, Roland: Enzyklopädie Essbare Wildpflanzen. 2000 Pflanzen Mitteleuropas. AT Verlag 2013
  • Der kleine Souci / Fachmann / Kraut: Lebensmitteltabelle für die Praxis. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft 2017


Fragen zum Artikel oder zur Wildpflanzen-Wanderung? Melde dich gerne bei unserer Autorin zu diesem Artikel Katharina Voigt: coyote@coyotecoaching.de