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Die heilende Kraft der Myokine

Die heilende Kraft der Myokine

Lesezeit: Circa 10 Minuten

Vor knapp 9 Jahren gelang es der Wissenschaft eine molekulare Verbindung in unseren Muskeln nachzuweißen, welche nachweißlich die Gesundheit fördert und beim Abnehmen hilft.

Der Name dieser Wundersubstanz? Myokine! Dieser Artikel lüftet für euch die Geheimnisse um ihre gesundheitsförderlichen Einflüsse auf unseren Körper!

Warum ist Sport überhaupt gesund?

Sportmuffel

Jeder kennt sie, diese eine Phrase, die bei Couchpotatoes und Bewegungsmuffeln für heruntergezogene Mundwinkel sorgt. Das Mantra „Sport ist gesund“ ist ebenso bekannt wie unbestritten. Zahlreiche Studien haben eindeutig nachgewiesen, dass sich sportliche Betätigung positiv auf nahezu alle relevanten Gesundheitsvariablen auswirkt. Egal ob Blutdruck, Pulsfrequenz, Blutbild oder Darmaktivität - Sport und Bewegung sorgen für positive Adaptionen der Vitalzeichen und haben damit einen direkten Einfluss auf die Risikominimierung zahlreicher Krankheitsbilder.

Die Effekte regelmäßiger körperlicher Ertüchtigung sind demnach nicht von der Hand zu weisen. Bei der Frage nach dem „Warum eigentlich?“ war die Wissenschaft bis vor Kurzem allerdings auf Detailebene noch in vielen Fällen überfragt. Speziell die Auswirkung der Arbeit der Muskeln auf die Physiologie und den Stoffwechsel waren der Wissenschaft lange Zeit ein Rätsel – über Jahrzehnte hinweg wurden die positiven Effekte auf Körperzusammensetzung und Immunsystem einzig und alleine mit dem einhergehenden erhöhten Kalorienverbrauch in Verbindung gebracht.

Diese Sichtweise änderte sich erst durch eine bahnbrechende Entdeckung der dänischen Forscherin Bente Pedersen im Jahr 2007.

Myokine – die Wundersubstanz aus unseren Muskeln

Muskelkontraktion

Pedersen, Wissenschaftlerin am CIM (Centre of inflamation and metabolism) in Kopenhagen, arbeitet an der Erforschung der menschlichen Muskelkontraktion. Im Zuge ihrer Untersuchungen gelang es der Medizinerin vor neun Jahren erstmals einen bis dahin unbekannten Botenstoff im menschlichen Körper nachzuweisen. Im Fachmagazin „Trends in Pharmacological Sciences“ berichtete Pedersen im gleichen Jahr gemeinsam mit ihrem Kollegen Christian Fischer von ihrer Entdeckung. Abgeleitet von der Zusammensetzung der beiden Begriffe „Mys“ für Muskel und „kinos“ für Bewegung taufte sie die Gruppierung der neuen Botenstoffe auf den Namen „Myokine“.

Ähnlich wie Hormone fungieren Myokine als Transmitter und Signalstoffe und haben damit Einfluss auf Stoffwechselprozesse und metabolische Prozesse im menschlichen Körper. Sie zählen zur Untergruppe der sogenannten Zytokine.

Insgesamt können die Botenstoffe des Menschen somit in folgende Kategorien eingeteilt werden:

  1. Hormone
    AdrenalinHormone sind die wichtigsten Botenstoffe im menschlichen Körper und sind als Begriff allseits bekannt. Sie werden von speziellen Zellen hinsichtlich ihrer jeweiligen Funktion in unterschiedlichsten Zusammensetzungen in den Hormondrüsen produziert und gelangen über das Blut in ihre designierten Zielzellen. Hier fungieren sie zur Anregung oder Regulierung körperrelevanter Prozesse. Ein bekanntes Hormon ist beispielsweise das Adrenalin, welches über die Nebennieren in Stresssituationen in den Blutkreislauf ausgeschüttet wird. Adrenalin führt über seine Transmitterfunktion zu einer gesteigerten Herzfrequenz, einem erhöhten Blutdruck und einer Erweiterung der Bronchien. Durch die zusätzliche Initiierung einer effektiven Energiebereitstellung, bereitet Adrenalin den Körper so im Fall einer drohenden Gefahr auf Flucht, bzw. Verteidigung vor.
  2. Zytokine
    Zytokine haben eine ähnliche Funktion wie Hormone, agieren allerdings auf lokaler Ebene. Das heißt, sie werden nicht über das Blut zu ihrem Bestimmungsort transportiert, sondern werden direkt im entsprechenden Gewebe produziert und eingesetzt. Dabei dienen sie in erster Linie zur Initiierung von Wachstum und Vermehrung von Zellen. Eine weitere wichtige Funktion kommt den Zytokinen bei der Immunabwehr zuteil.
  3. Myokine
    Die von Pedersen entdeckten Myokine sind, wie bereits erwähnt, eine Untergruppe der Zytokine und zeichnen sich dadurch aus, dass sie in Muskelzellen produziert und freigesetzt werden. Mittlerweile sind der Wissenschaft über 400 verschiedene Myokine mit unterschiedlichsten Wirkungsweisen bekannt. Die Erforschung und Klassifizierung der einzelnen Myokin-Klassen steckt zwar noch immer in den Kinderschuhen, jedoch lässt sich bereits heute zweifelsfrei feststellen, dass den Myokinen eine entscheidende Rolle bei der Gesundheitsvorsorge zukommt.

Auch auf die Fragen, wie die Myokine in unserem Körper wirken und welche Faktoren ihre Entstehung begünstigen, weiß die Wissenschaft mittlerweile Antworten.

Wie Myokine uns vor Übergewicht, Krebs und Herzkreislauferkrankungen bewahren

Wissenschaftliche Erkenntnis

So berichtete die dänische Arbeitsgruppe um Pedersen 2008 im „Physological Review“ über die expliziten gesundheitsfördernden Effekte der neu entdeckten Botenstoffe. Eine Schlüsselfunktion sprachen die Forscher schon damals dem sogenannten Interleukin-6 (IL-6) zu. Diese Unterklasse der Myokine ist ein wahrer Tausendsassa und beeinflusst den Stoffwechsel und die Körperfettzusammensetzung des Menschen auf entscheidende Art und Weise. So konnte festgestellt werden, dass die Ausschüttung von IL-6 die Fettverbrennung im Allgemeinen fördert und im Speziellen einen positiven Einfluss auf die Verteilung der gesundheitsschädigenden viszeralen Fettdepots im Bauchraum ausübt.

In einem Folgeartikel im „American Journal Biomedicine and Biotechnology“ aus dem Jahr 2010 konkretisierten die Forscher ihre Ergebnisse bezüglich der Wirkungsweise von IL-6 und gaben an, dass die Botenstoffe außerdem für eine erhöhte Glucose Freisetzung in der Leber sorgen und damit die Energiebereitstellung des Körpers optimieren. Darüber hinaus hemmt IL-6 die Produktion von TNF-Alpha (Tumornekrosefaktor-Alpha). Dieser Botenstoff ist bei Entzündungsprozessen beteiligt und steigert bei erhöhter Konzentration das Risiko einer chronisch-entzündlichen Krankheit wie Diabetes, Krebs- und Herz-Kreislauf-Problematiken. Durch die oben bereits angesprochene Reduktion der gesundheitsschädigenden Fettdepots und dem gleichzeitigen Entgegenwirken der TNF-Alpha Konzentration, begünstigt eine hohe IL-6 Produktion ein entzündungshemmendes Milieu im Körper – und nimmt damit eine Schlüsselrolle bei der Prävention chronischer Krankheiten ein.

Neuste Erkenntnisse weisen sogar darauf hin, dass IL-6 dazu in der Lage ist die Genetik des Menschen so zu verändern, dass dauerhaft ein erhöhter Energiebedarf besteht. Mit dieser Erkenntnis spielt der Transmitter ebenfalls eine entscheidende Rolle beim Wunsch des Abnehmens, da ein erhöhter Energiebedarf in Ruhe das Verhältnis von aufgenommenen und verbrannten Kalorien zugunsten der Wage austangieren kann.

Interleukin-15 (IL-15), ein weiteres bekanntes Mitglied aus der Myokin-Familie, wirkt sich hingegen positiv auf das Wachstum der Muskulatur aus. Studien konnten zeigen, dass die Ausschüttung des Botenstoffs IL-15 die Eiweißeinlagerung in der Muskulatur unterstützt und damit zur Steigerung von Hypertrophie-Effekten (= Querschnittszuwachs der Muskulatur) beiträgt.

Andere Myokin-Unterklassen haben hingegen einen nachweißlich positiven Einfluss auf das Risiko einer Demenzerkrankung, verbessern die Durchblutung, regen die Knochenbildung an oder unterstützen die Arbeit der Bauchspeicheldrüse.

Zusammengefasst helfen Myokine demnach bei folgenden Prozessen:

  • StoffwechselregulationHealth Check
  • Anregung des Fettstoffwechsels und Reduktion des viszeralen Bauchfetts
  • Prävention chronischer Krankheiten wie Diabetes, Krebs & Herz-Kreislauf-Problematiken
  • Steigerung des Grundenergiebedarfs
  • Aufbau von Skelettmuskulatur
  • Verbesserung der Durchblutung
  • Anregung des Knochenwachstums

Erst regelmäßige Bewegung führt zur Produktion der Helferbrigaden

Muskelkontraktion

Jetzt haben wir eine ganze Menge über den Vieleskönner Myokine erfahren - und nun? Das Tolle an der Wirkungsweise der Myokine ist dabei die Tatsache, dass wir deren Entstehung im wahrsten Sinne des Wortes selbst in der Hand haben!
Wie eingangs erwähnt, entstehen die Myokin-Botenstoffe in der Skelettmuskulatur. Ausgelöst wird dieser Prozess durch die mechanische Muskelkontraktion in den betroffenen Strukturen.

Einfach ausgedrückt: Erst wenn wir uns bewegen, stellt unser Körper die wichtigen, kleinen Helferlein in ausreichender Zahl her. So konnten die dänischen Forscher feststellen, dass die IL-6 Konzentration im Blut nach einer intensiven Beanspruchung der Muskulatur kurzzeitig um einen hundertfachen Wert ansteigen kann - bei entsprechender Bewegungsarmut hingegen sinkt die Produktion auf ein Minimum.

Diese Erkenntnis lässt die Bedeutung unserer Muskulatur in einem völlig neuen Licht erscheinen. Neben ihrer Funktion im Bewegungsapparat fungieren die Muskeln offenkundig als Schnittstelle zwischen dem Immunsystem und dem zentralen und peripheren Nervensystem. Als Entstehungsort der Myokine und deren Einfluss als elementarer Botenstoff in allen Organen manifestiert sich die Skelettmuskulatur zudem endgültig als „Big Player“ in der Stoffwechselregulation des Menschen. Bente Pedersen bezeichnet die Muskulatur treffend als das „größtes Stoffwechselorgan des Körpers“.

Dieser Sachverhalt erklärt die eingangs erwähnte Frage zur Wirksamkeit regelmäßiger Bewegung. Es manifestiert zudem die Kernaussage, dass Sport einen unschätzbaren, präventiven Einfluss auf die Gesundheit des Menschen hat und in regelmäßiger und fachgerechter Durchführung wie kaum ein anderer Faktor zu einem langen und gesunden Leben beitragen kann.

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Die Wissenschaft ist sich einig, dass die Myokin Produktion linear zur Intensität der körperlichen Belastung ansteigt. Damit eignen sich hoch intensive Trainingsmethoden deutlich besser zur Anregung der Botenstoffproduktion als vergleichbar moderate Belastungen (wie beispielsweise Joggen).

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Doch vom Erzählen allein wird keine Myokinproduktion angeregt. Am besten kommst du einfach mal vorbei und erlebst den OBC Spirit in einem kostenlosen Probetraining in einem unserer deutschlandweiten Standorte – Deine Myokin Werte werden es dir mit Sicherheit danken!


Zusammenfassung:

2007 entdeckte die dänische Forscherin Bente Pedersen einen neuen, lokal agierenden Botenstoff im menschlichen Körper: die Myokine. Diese werden von der menschlichen Skelettmuskulatur und somit durch Bewegung produziert. Die Myokine nehmen Einfluss auf elementare Stoffwechselvorgänge und die Vorbeugung zahlreicher Krankheitsbilder (z.B Übergewicht, Diabetes und Osteoporose).

Daraus lässt sich ableiten, dass regelmäßige Bewegung und eine dadurch erhöhte Myokin Produktion einen erheblichen Anteil an der Gesundheitsvorsorge leistet.


STAY STRONG



Quellenverzeichnis:

Bente K. Perdersen, Christian P Fischer – “Beneficial health effects of exercise – the role of IL-6 as a myokine” – Trends in pharmacological science - 2007

Bente K Pedersen, MA Febbraio – “Muscle as endocrine organ: focus in muscle-derived interleukin-6 “– Physiological reviews – Am Physiological Society- 2008

Claus Brandt & Bente K Pedersen – “The Role of Exercise-Induced Myokines in Muscle Homeostasis and the Defense against chronic diseases” – Journal of Biomedicine and Biotechnology – 2010

„So wirkt die Muskulatur akiv aus unsere Gesundheit”- Eva Strünker – fitmio Magazin - http://blog.fitmio.de/so-wirkt-die-muskulatur-aktiv-auf-unsere-gesundheit

„So hält Sport gesund“ – Marlinde Lehmann – Ärzte Zeitung - http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/herzkreislauf/article/857469/zytokine-myokine-haelt-sport-gesund.html - 2015

„Mehr Muskeln für ein länger Leben“ – Wilfried Dubbels – Pharmazeutische Zeitung online - http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=59092 - 2015