Swipe to the right
​Kokosöl – das Beste der gesättigten Fettsäuren

​Kokosöl – das Beste der gesättigten Fettsäuren

Lesezeit: Circa 3 schnelle Minuten

Das Kokosöl gehört zu den pflanzlichen Fetten und wird aus dem Fleisch der Kokosnuss gewonnen. Hierbei wird das Fleisch der Kokosnuss zerkleinert, getrocknet und ausgepresst. Obwohl die meisten pflanzlichen Fette einen hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren aufweisen, zeigt sich das Kokos Öl als ein Kämpfer für die vielleicht auch zu Unrecht in Verruf geratenen gesättigten Fettsäuren. So besteht das Kokos Öl mit bis zu 92% aus, in Triglyceriden gebundenen, gesättigten Fettsäuren. Die Besonderheit des Kokos Öls zeigt sich erst bei genauerer Betrachtung, denn der Großteil dieser gesättigten Fettsäuren offenbart sich in einer mittleren Kettenlänge Form. Dazu zählen zum Beispiel die Laurin-, Capron-, Caprin- und Caprylsäure.

Kokosöl Fettsäuren - auf die Länge kommt es an!

Gesunde Fette - KokosölDie Länge einer Fettsäure wird bestimmt durch die Anzahl an gebunden Kohelnstoffatomen:
Mittelkettig: 8 - 12 Kohlenstoffatome (C-Atome)
Langkettig: 14 - 24 C-Atome
Kokosöl:
Kokosöl besteht zu etwa 65% aus mittelkettigen Fettsäuren, auch MCTs genannt (Für alle Interessierten: Medium-Chain-Triglyceride)
Was sagt dir das?
1. Die MCTs aus dem Kokosöl enthalten 10 % weniger Kalorien als langkettige Fettsäuren (LCT - Long-Chain): 8,3 kcal in jedem Gramm MCT vs. 9 kcal in jedem Gramm LCT.
2. MCTs sind leichter verdaulich, da sie direkt aus dem Darm über die Pfortader zur Leber transportiert werden. LCTs hingegen müssen erst die Rutschwelt unserer Lymphgefäße ("Transportröhren" unseres Körpers) passieren, dann erst gelangen sie über den globalen Blutkreislauf in die Leber.
3. MCTs sind eine schnellere Energiequelle als LCTs, da sie von unseren Mitochondrien leichter aufgenommen werden (Mitochondrien sind die "Kraftwerke" unserer Zellen, die der Energieproduktion dienen)
4. MCTs werden nicht in den Lipoprotein-Zyklus aufgenommen und können somit auch nicht in Fettdepots eingelagert werden. MCTs können somit nicht in den Fettdepots gespeichert werden. Aber Achtung! Wer jetzt denkt, dass er nicht zunehmen kann, indem er Olivenöl und Co. durch Kokosöl ersetzt, der liegt falsch! A) besteht Kokosöl nur zu 65% aus mittelkettigen Fettsäuren und B) belegen neuste Studien, dass Kokosöl uns weniger voll fühlen lässt. Wir werden demnach schneller wieder hungrig!

Fettsäuren - gesättigt oder ungesättigt?!

Ganz allgemein: Es gibt gesättigte ("die bösen") und ungesättigte ("die guten") Fettsäuren. Ohne Chemieunterricht Emotionen aus Schulzeiten aufleben zu lassen, liegt der Unterschied zwischen Fettsäuren in der chemischen Struktur. Während die Kohlenstoff-Atome bei ungesättigten Fettsäuren durch mindestens eine Doppelbindung verbunden sind, finden sich bei gesättigten Fettsäuren lediglich Einfachbindungen. Die "bösen" Fettsäuren können deinen Stoffwechsel verlangsamen und stehen im Verdacht die Entstehung von kardiovaskulären Erkrankungen zu fördern [2]. Merken kannst du dir: Enthält ein Produkt hautsächlich gesättigte Fettsäuren, so ist es bei Raumtemperatur fest (Butter, Magarine, ...). Produkte mit ungesättigten Fettsäuren jedoch sind bei Raumtemperatur flüssig (Olivenöl, natives Kokosöl, ...)
Bezüglich Kokosöls gibt es nun einen entscheidenen Unterschied: Es gibt gehärtetes Kokosöl (bei Raumtemperatur fest und weiß) und natives Kokosöl. Gehärtetes Kokosöl enthält im Gegensatz zur flüssigen (nativen) Variante einen sehr geringen Anteil an ungesättigten Fettsäuren (6 % einfach ungesättigte; 2 % mehrfach ungesättigte Fettsäuren). Dazu kommt: Der Rauchpunkt (die Temperatur, bei der sich erhitztes Öl oder Fett zersetzt) von raffiniertem Kokosfett liegt bei ca. 230 °C und bei nativem Kokosöl bei ca. 170 °C, wodurch sich auch die Verwendung in der Küche ergibt. Gehärtetes Kokosöl wird demnach zum Backen und Braten verwendet und natives Kokosöl eher zum Garen, schonenden Braten und bei kalten Speisen verwendet.

Gewichtsreduktion mit Kokosöl

Abnehmen mit Kokosöl

Einer Studie aus dem Jahre 2009 [3] zufolge kann Kokos Öl eine Gewichtsreduktion positiv beeinflussen. In dieser Studie konnten adipöse Frauen, die Kokosöl ergänzend zu sich nahmen mehr Gewicht reduzieren als die, die Sojaöl in ihre Ernährung integrierten. Auch zeigte sich, dass sich der HDL-Wert (High-Density-Lipoprotein) mit Einnahme des Kokosöls erhöhte und der LDL-Wert (Low-Density-Lipoprotein) verringert werden konnte. Es bleibt jedoch zu untersuchen, ob der gleiche Effekt bei normalgewichtigen Personen zum gleichen Ergebnis führt.

Obwohl Kokosöl dabei helfen kann, Gewicht zu verlieren, muss dazugesagt werden, dass grundsätzliche zunächst einmal ein Kaloriendefizit vorliegen muss, um an den Speck zu kommen. Auch wenn ein Teil des Kokosöls (MCTs) nicht in Fettdepots gespeichert wird, kann Kokosöl dazu beitragen, dass der Tagesbedarf überschritten wird und die zusätzlichen Kalorien über andere Makronährstoffe im Körper gespeichert werden.

Fazit

Wundermittel Kokosöl?!

Kokosöl ist ein vielseitig einsetzbares Fett, welches nach und nach in den Blickpunkt unserer Aufmerksamkeit gerückt ist.

Nicht nur durch seine positiven Eigenschaften auf unsere Gesundheit und unseren Körper, sondern auch speziell für die Gewichtsreduktion stellt Kokosöl ein gute Alternative zu vielen tierischen und pflanzlichen Ölen dar. Auch wissenschaftlich konnte bewiesen werden, dass Kokosöl durch seinen hohen Anteil an MCTs eine antibakterielle, antivirale und antimikrobielle Wirkung hat und den Cholesterinwert positiv beeinflusst.

Von einer ausschließlichen Nutzung des Kokos Öls sollte jedoch abgeraten werden, da das Verhältnis von gesättigten zu ungesättigten Fettsäuren ins Ungleichgewicht geraten würde. Ein sogenanntes Wundermittel ist Kokosöl also nicht, sollte aber als Alternative in das Arsenal unseres Küchenschrankes mitaufgenommen werden. P.s.: Wenn ihr die Möglichkeit habt, achtet darauf, dass ihr euer Kokosfett aus dem Bio Laden kauft. Bio Kokosöl (wie allgemein Bio Lebensmittel) sind frei von Pestiziden oder anderen Schadstoffen.

Mehr Infos rund um das Thema gesunder Ernährung, gepaart mit einem intensiven Workout erfährst du, in unseren deutschlandweiten Bootcamp Kursen.

Oder du besuchst uns in unserer Bootbox Eventküche und fragst deinen Trainer Löcher in den Bauch! :)

Literatur:

[1] http://www.nature.com/ejcn/journal/v63/n2s/full/16...

[2] http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMra054035

[3] http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19437058

Ulrich vor 10 Monaten at 01:59
Kokosoel ist hervorragend zur Hautpflege einsetzbar!
Es hinterlässt keinen schmierigen Film, da es komplett aufgenommen wird. Es hat auch antivirale und antibakterielle Eigenschaften.
Es kann auch als Gleitmittel verwendet werden und zur Haarpflege.
Uli vor 10 Tagen at 21:20
Super Informationen über Kokosöl, danke für den Artikel. Was mich allerdings verunsichert ist, ob Kokosöl und Kokosnussöl das selbe ist? Auch auf www.kokosoel.com konnte ich keine Antwort darauf finden..
Grüße Uli
Vanessa Martins vor 5 Tagen at 08:37
Hallo Uli,
vielen Dank für dein Feedback, wir freuen uns immer über Interaktion in unseren Blogs!
Zu Beantwortung deiner Frage: Kokosöl und Kokosnussöl sind nur unterschiedliche Begriffe, bezeichnen aber das Gleiche :)
Liebe Grüße aus dem Kölner Headquarter!