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​Kokosöl – das Beste der gesättigten Fettsäuren

​Kokosöl – das Beste der gesättigten Fettsäuren

Lesezeit: Circa 3 schnelle Minuten

Das Kokosöl gehört zu den pflanzlichen Fetten und wird aus dem Fleisch der Kokosnuss gewonnen. Hierbei wird das Fleisch der Kokosnuss zerkleinert, getrocknet und ausgepresst. Obwohl die meisten pflanzlichen Fette einen hohen Anteil an ungesättigten ("guten") Fettsäuren aufweisen, besteht Kokosnuss Öl bis zu 65% aus den "bösen", gesättigten Fettsäuren. Weshalb Kokosöl dennoch gut für deine Gesundheit ist und das exotische Fett in deiner Küche nicht fehlen sollte, erfährst du hier.

Fettsäuren - gesättigt oder ungesättigt?!

Wie bereits erwähnt, besteht Kokos Öl zu einem Großteil aus gesättigten Fettsäuren. Wir kann es dann jedoch sein, dass Kokosöl dennoch als gesund gilt? Schließlich haben wir doch in unserem Blogartikel über Omega 3 Fettsäuren beschrieben, dass gesättigten Fettsäuren ein eher neativer Ruf anhängt. Wie kann das sein?

Hierzu ein kurzer (Rück-)Blick in den aktuellen Forschungsstand:

Ganz allgemein gilt: Es gibt gesättigte ("die bösen") und ungesättigte ("die guten") Fettsäuren. Ohne Chemieunterricht Emotionen aus Schulzeiten aufleben zu lassen, liegt der Unterschied zwischen Fettsäuren in der chemischen Struktur. Während die Kohlenstoff-Atome bei ungesättigten Fettsäuren durch mindestens eine Doppelbindung verbunden sind, finden sich bei gesättigten Fettsäuren lediglich Einfachbindungen. Die "bösen" Fettsäuren können deinen Stoffwechsel verlangsamen und stehen im Verdacht die Entstehung von kardiovaskulären Erkrankungen zu fördern [2]. Merken kannst du dir: Enthält ein Produkt hautsächlich gesättigte Fettsäuren, so ist es bei Raumtemperatur fest (Butter, Magarine, ...). Produkte mit ungesättigten Fettsäuren jedoch sind bei Raumtemperatur flüssig (Olivenöl, natives Kokosöl, ...).

So weit so gut. Doch wieso ist Kokos Öl nun dennoch gesund?

Kokosöl Fettsäuren - auf die Länge kommt es an!

Gesunde Fette - Kokosöl

Kokosöl ist tatsächlich gesund! Warum das so ist, liest du jetzt: Denn auf die Länge kommt es an!
Die Länge einer Fettsäure wird bestimmt durch die Anzahl an gebunden Kohelnstoffatomen:
Mittelkettig: 8 - 12 Kohlenstoffatome (C-Atome)
Langkettig: 14 - 24 C-Atome
Kokosöl:
Kokosöl besteht zu etwa 65% aus mittelkettigen Fettsäuren, auch MCTs genannt (Für alle Interessierten: Medium-Chain-Triglyceride)
Was sagt dir das?
1. Die MCTs aus dem Kokosöl enthalten 10 % weniger Kalorien als langkettige Fettsäuren (LCT - Long-Chain): 8,3 kcal in jedem Gramm MCT vs. 9 kcal in jedem Gramm LCT.
2. MCTs sind leichter verdaulich, da sie direkt aus dem Darm über die Pfortader zur Leber transportiert werden. LCTs hingegen müssen erst die Rutschwelt unserer Lymphgefäße ("Transportröhren" unseres Körpers) passieren, dann erst gelangen sie über den globalen Blutkreislauf in die Leber.
3. MCTs sind eine schnellere Energiequelle als LCTs, da sie von unseren Mitochondrien leichter aufgenommen werden (Mitochondrien sind die "Kraftwerke" unserer Zellen, die der Energieproduktion dienen)
4. MCTs werden nicht in den Lipoprotein-Zyklus aufgenommen und können somit auch nicht in Fettdepots eingelagert werden. MCTs können somit nicht in den Fettdepots gespeichert werden. Aber Achtung! Wer jetzt denkt, dass er nicht zunehmen kann, indem er Olivenöl und Co. durch Kokosöl ersetzt, der liegt falsch! A) besteht Kokosöl nur zu 65% aus mittelkettigen Fettsäuren und B) belegen neuste Studien, dass Kokosöl uns weniger voll fühlen lässt. Wir werden demnach schneller wieder hungrig!


Gewichtsreduktion mit Kokosöl

Abnehmen mit Kokosöl

Wie oben beschrieben, werden die MCTs (die mittelkettigen Fettsäuren) des Kokos Öls nicht in den Fettzyklus integriert. Und einer Studie aus dem Jahre 2009 [3] zufolge kann Kokos Öl eine Gewichtsreduktion positiv beeinflussen. In dieser Studie konnten adipöse Frauen, die Kokosöl ergänzend zu sich nahmen, mehr Gewicht reduzieren als die, die Sojaöl in ihre Ernährung integrierten. Auch zeigte sich, dass sich der HDL-Wert (High-Density-Lipoprotein) mit Einnahme des Kokosöls erhöhte und der LDL-Wert (Low-Density-Lipoprotein) verringert werden konnte (fördert ein gesundes Cholesterin-Verhältnis) [4]. Ob der gleiche Effekt bei normalgewichtigen Personen zum gleichen Ergebnis führt, wurde nicht untersucht.

Obwohl Kokosöl dabei helfen kann, Gewicht zu verlieren, muss dazugesagt werden, dass grundsätzliche zunächst einmal ein Kaloriendefizit vorliegen muss, um an den Speck zu kommen. Auch wenn ein Teil des Kokosöls (MCTs) nicht in Fettdepots gespeichert wird, hat natürlich auch Kokos Öl Kalorien (ca. 865kcal/100g) und kann dazu beitragen, dass der Tagesbedarf überschritten wird. Bei der Abnahme kann Kokosöl demnach nur helfen, wenn es andere Fette ersetzt und duam Ende des Tages unterhalb deines Arbeitsumsatzes bleibst. Mehr hierzu liest du in unserem Blogartikel Fettverbrennung leicht gemacht.

Fazit

Wundermittel Kokosöl?!

Kokosöl ist ein vielseitig einsetzbares Fett, welches nach und nach in den Blickpunkt unserer Aufmerksamkeit gerückt ist.
Nicht nur durch seine positiven Eigenschaften auf unsere Gesundheit und unseren Körper, sondern auch speziell für die Gewichtsreduktion stellt Kokosöl ein gute Alternative zu vielen tierischen und pflanzlichen Ölen dar. Die mittelkettigen Fettsäuren des Kokos Öls gehen nicht in den Fettzyklus ein und können somit nicht in Fett Depots gespeichert werden. Wissenschaftlich konnte bewiesen werden, dass Kokosöl bei adipösen Frauen die Gewichtsreduktion und den Cholesterinwert positiv beeinflusste. Zusätzlich hat Kokosnussöl mit 865kcal weniger Kalorien als Butter oder Olivenöl und kann somit helfen, en paar zustzliche Kalorien einzusparen.

Von einer ausschließlichen Nutzung des Kokos Öls sollte jedoch abgeraten werden, da wir den Anteil ungesättigter Fettsäuren im Allgemeinen höher halten sollten als den der gesättigten Fettsäuren (s.o.). Ein sogenanntes Wundermittel ist Kokosöl also nicht und du wirst nicht abnehmen, nur weil du Fette wie Olivenöl oder Butter durch Kokos Öl ersetzt.
Dennoch hat Kokosöl viele gesundheitsförderliche Charakteristika und kann dich - gemeinsam mit einer ausgewognen Ernährung und ausreichender Bewegung - bei der Gewichtsabnahme unterstützen. In deinem Küchenrepertoire sollte das exotische Fett also nicht fehlen!

P.s.: Wenn ihr die Möglichkeit habt, achtet darauf, dass ihr euer Kokosfett aus dem Bio Laden kauft. Bio Kokosöl (wie allgemein Bio Lebensmittel) sind (größtenteils) frei von Pestiziden oder anderen Schadstoffen.

Mehr Infos rund um das Thema gesunder Ernährung, gepaart mit einem intensiven Workout erfährst du, in unseren deutschlandweiten Bootcamp Kursen.

Oder du besuchst uns in unserer Bootbox Eventküche und fragst deinen Trainer Löcher in den Bauch! :)

Literatur:

[1] http://www.nature.com/ejcn/journal/v63/n2s/full/16...

[2] http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMra054035

[3] http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19437058

[4] Perry, J. (2016). Effect of Diet High in Coconut Oil on Cardiovascular Disease Risk in ApoE Knockout and Wild Type Mice (Mus musculus) (No. FDG20150003A). 60 MDG CIF Travis AFB United States.

Ulrich vor 11 Monaten at 00:59
Kokosoel ist hervorragend zur Hautpflege einsetzbar!
Es hinterlässt keinen schmierigen Film, da es komplett aufgenommen wird. Es hat auch antivirale und antibakterielle Eigenschaften.
Es kann auch als Gleitmittel verwendet werden und zur Haarpflege.
Uli vor 2 Monaten at 20:20
Super Informationen über Kokosöl, danke für den Artikel. Was mich allerdings verunsichert ist, ob Kokosöl und Kokosnussöl das selbe ist? Auch auf www.kokosoel.com konnte ich keine Antwort darauf finden..
Grüße Uli
Vanessa Martins vor 2 Monaten at 07:37
Hallo Uli,
vielen Dank für dein Feedback, wir freuen uns immer über Interaktion in unseren Blogs!
Zu Beantwortung deiner Frage: Kokosöl und Kokosnussöl sind nur unterschiedliche Begriffe, bezeichnen aber das Gleiche :)
Liebe Grüße aus dem Kölner Headquarter!