Swipe to the left
Functional Training - Trend oder Zukunft?

Functional Training - Trend oder Zukunft?

Lesezeit: Circa 5 schnelle Minuten

Was bedeutet eigentlich Functional Training?
Ist funktionelles Training Trend oder Zukunft?

Functional Fitness - Funktionelles Training

Was macht eigentlich das Besondere beim Functional Training aus? Diese Art des ganzheitlichen Trainings nimmt immer mehr in Fitness Studios und bei Personal Trainern Einzug. Wir Bootcamper machen funktionelles Training an der frischen Luft - aber was heißt das denn überhaupt und für wen ist das Training geeignet? Was unterscheidet gute Anbieter von schlechten Anbietern? Wir machen uns auf die Suche nach Antworten.

Definition & Vorteile von Functional Training

Functional Training ist keine neue Erfindung, die es erst seit diesem Jahrhundert gibt. Früher bekannt als funktionelle Gymnastik, wurde sie von Physiotherapeuten wie Gray Cook und Michael Boyle weiterentwickelt und findet Tag ein und Tag aus bei Physiotherapeuten und Athletiktrainern Anwendung. In Deutschland wurde diese Art des Trainings vor allem durch Jürgen Klinsmann und der Nationalelf 2006 salonfähig gemacht. Das Training mit Schlingen, Bällen und eigenem Körpergewicht gilt als Methodik in der Rehabilitation und ist ein Überbegriff für ein ganzheitliches Trainingskonzept, welches Bewegungen und Muskelgruppen anstatt einzelner Muskeln trainiert.

Die Bewegungen, wie zum Beispiel eine tiefe Kniebeuge, sind dabei durch die mehrgelenkige Belastung viel komplexer als eine Beinpresse an einem geführten Fitnessgerät. So werden mehrere Funktionen des Körpers gleichzeitig trainiert und der Bootie braucht Kraft, Koordination und Sensomotorik. Ein weiterer Vorteil ist die Einfachheit der Umsetzung - wir benötigen wenig Zusatzequipment und sind nicht an einen Ort gebunden. Durch den hohen Anteil an großer Muskulatur die im Functional Training eingesetzt wird, ist das Training mit 30-60 Min. sehr zeiteffizient, verbrennt viele Kalorien und verbindet verschiedene Anforderungen wie Kraft, Ausdauer, Agilität, Beweglichkeit und Schnelligkeit. Zudem steht vor allem das Bewegungsmuster und die Qualität der Bewegung im Vordergrund.

Ist das Training an Geräten deswegen schlecht?

Functional Fitness - Funktionelles TrainingIst das Training an Maschinen deswegen schlecht und unfunktionell? Nein. Wer nach einer langen OP gar keine Oberschenkelmuskulatur mehr hat, ist besser dabei beraten in den ersten Wochen Muskulatur geführt an der Maschine auf zu trainieren, um die Gelenks- und Stabilisationsarbeit zu reduzieren. Der Muskel muss erst einmal dahin gebracht werden, wieder zu stabilisieren. Allerdings macht es Sinn so schnell wie möglich zurück zu den natürlichen Gegebenheiten im Stehen zu kommen, um wieder fit für den Alltag zu werden.

Für wen ist funktionelles Training geeignet?

Nicht mehr nur Profis wie die Nationalelf nutzen die zahlreichen Vorteile von Functional Trainings - es ist für Jedermann geeignet. Unter guter Anleitung lässt es sich leicht skalieren. Wir können mehr Gewicht in die Hand nehmen, die Koordinationsanforderungen erschweren oder aber auch die Auflageflächen verringern oder erhöhen. Wichtig ist dennoch die Zielsetzung des Trainings. In unseren Bootcamps machen wir unsere Teilnehmer fit für die Anforderungen im Alltag - wir kommen aus der sitzenden Tätigkeit in die Aufrichtung, trainieren die stabilisierende Muskulatur im Rumpf (Core) und bewegen den Körper vom Kopf bis zur Zehenspitze durch. Das Training in der richtigen Dosis schützt dabei hervorragend vor Stürzen und Verletzungen, jedoch ist eine intensive Betreuung in der Bewegungsausführung ein Muss für jede Einheit. Überforderung, akute Verletzungen und zu hohe Intensitäten können kontraindikativ wirken. Grenzen werden im Bereich des Maximalkrafttrainings gesetzt. Wer jedoch einen athletischen, gesunden Körper möchte ohne riesige Muskelpakete möchte, ist beim funktionellen Training bestens aufgehoben.

Ist Functional Fitness ein Trend oder ist es die Zukunft?

Functional Fitness - Funktionelles TrainingJedes Jahr werden wir mit den besten Trends in der Fitnessbranche überhäuft. Aber ist ein System, dass es eigentlich schon seit langem gibt überhaupt ein Trend? Wir denken, dass immer mehr Alltagsathleten zum Functional Training finden werden und den Spaß und den Nutzen von dieser Art des freien Trainings erkennen. Dennoch ist die Entwicklung der Branche mit skeptischen Blicken zu verfolgen: Training mit freien Gewichten und komplexen Bewegungen brauchen die Anleitung von gut ausgebildeten Trainern, die fortwährend korrigieren und motivieren. Bis jetzt entstehen in den großen Fitnessketten Sling Training Zones, Freestyle Zonen und Functional Training Areas wie 'The Cage'. Dringend notwendig ist jedoch nicht nur das Nachrüsten der Studios mit neuen Geräten und freien Bereichen, sondern vor allem das Beschäftigen von gut ausgebildeten Trainern, die diese Areas qualitativ hochwertig betreuen können. Der Trend zu Kleingruppentraining zeichnet sich deutlich ab. Ist die gute Betreuung sicher gestellt, ist diese Art des Trainings wohl die natürlichste Art und Weise fit und gesund zu werden und zu bleiben.

Fitnesstrends 2019

Werfen wir einen Blick auf die jährlich erscheinende Fitnesstrendumfrage 2019 der ACSM (American College of Sports Medicine) findet sich Functional Training bei den Trends auf Platz 8 der Umfrage in den USA:

1. High Intensity Interval Training

2. Body Weight Training

3. Gut ausgebildete Fitness Professionals

4. Krafttraining

5. Sport als Abnehmprogramm

6. Personal Training

7. Fitnessprogramm für Best Ager

8. Functional Fitness

9. Group Personal Training

10. Yoga

FAZIT - Functional Training ist die Zukunft

Functional Fitness - Funktionelles TrainingLaut der Umfrage 2019 zählt Functional Fitness zu einem Trend - Wir glauben fest daran, dass funktionelles Training in den nächsten Jahren in Deutschland eine zunehmende Rolle spielen wird und ein fester Bestandteil des Gesundheitssektors darstellen wird. Durch die Komplexität der Bewegungen wird der Betreuungsaufwand jedoch viel größer als an konventionellen Geräteparks und dadurch die Nachfrage an guten qualifizierten Trainern höher. Umso wichtiger ist uns im Bootcamp unsere Aus- und Weiterbildung unserer Bootcamp Trainer und die intensive Betreuung unserer Booties durch Begrenzung unserer Teilnehmerzahl auf 12 Teilnehmer.

Nun stellt sich die Frage wie erkenne ich gute von schlechten Anbietern? Im Folgenden haben wir die 4 wichtigsten Antworten zusammengestellt.

1. Funktionelles Training ist komplex und muss von einem Trainer angeleitet werden - Es sollten nicht mehr als 12 - 14 Mann gleichzeitig trainiert werden. Bei einer höheren Anzahl an Teilnehmern ist es dem Trainer nicht mehr möglich dich individuell zu korrigieren und die Verletzungswahrscheinlichkeit durch falsche Übungsausführungen steigt.

2. Nicht jede Übung ist für Jeden geeignet- Der Trainer sollte die Übungen an dein Leistungslevel anpassen können, indem er dir geeignete Schwierigkeitsgrade anbietet. Es gilt: Qualität vor Quantität - kannst du eine Übung nicht sauber ohne Gewicht ausführen brauchst du kein Zusatzgewicht in der Hand!

3. Achte auf eine gute Ausbildung deines Trainers! Professionelle Trainer lassen dich an ihrem Wissen teilhaben, erklären dir warum sie welche Übung machen, korrigieren fortwährend deine Ausführung und freuen sich über deine Fragen.

4. Dein Trainer sollte jede Übung selbst korrekt ausführen können und fit sein und auch so aussehen! Trainiert er selbst nach den funktionellen Aspekten, ist dies gewährleistet und er geht mit gutem Beispiel voran.

Quellen:

ACSM - http://journals.lww.com/acsm-healthfitness/Fulltext/2013/11000/Now_Trending__Worldwide_Survey_of_Fitness_Trends.5.aspx