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BOOT FOR FOOD - Wo eure Spenden wirklich ankommen!

BOOT FOR FOOD - Wo eure Spenden wirklich ankommen!

Boot For Food - Wo eure Spenden wirklich ankommen!

Wir wollen die Welt mit Spaß ein Stück gesünder machen. Diese Philosophie begleitet uns seit Anbeginn des Original Bootcamp. Bisher setzen wir das in über 2000 Bootcamps pro Jahr vor allem in Deutschland um. Doch für ein besonderes Projekt haben wir jetzt den Blick über den Tellerrand gewagt. Gemeinsam mit der Welthungerhilfe sind wir nach Nepal gereist und haben uns angeschaut, wo unsere und eure gesammelten Spendengelder wirklich landen.

Denn bereits seit Oktober 2019 starten wir gemeinsam mit euch in unsere Himalaya Rocks Spendentrainings und sammeln bei rasanten Runs und knackigen Workouts nicht nur literweise Schweiß und purzelnde Kilos, sondern auch die bisher über 17.000€, die durch Einnahmen, Spenden und Trainerhonorare zusammengekommen sind. Und was mit diesem Geld passiert, hat uns mehr als einmal die Sprache verschlagen…

Der Rucksack bepackt mit einem Wirrwarr aus Aufregung, Erwartung und Vorfreude und die Schuhe fest um unsere Neugierde und etwas Ungewissheit geschnürt, erreichten wir nach zwei langen Tagen der Anreise Mugu, eines der 77 Distrikte Nepals. Von dort aus durften wir in den kommenden vier Tagen nicht nur die wertvolle Arbeit der lokalen Mitarbeiter der Welthungerhilfe in Mugu begleiten, sondern vor allem auch die Menschen vor Ort kennenlernen, für die sich das Boot For Food Projekt einsetzt.

Gleich zu Beginn der Reise nahm uns Sushil in Empfang, der verantwortliche Projektleiter der Welthungerhilfe, der uns in den kommenden Tagen nicht nur durch das Projektgebiet begleitete, sondern uns durch seine offene und herzensgute Art half, eine echte Verbindung zu den Menschen der Region herzustellen. Nicht zuletzt durch ihn durften wir Erfahrungen machen, die uns die Augen, vor allem aber die Herzen öffneten.

Und wie heißt es so schön? Die Tür zum Herzen kann nur von innen geöffnet werden. Und egal, durch welche Dörfer und Lebensgemeinschaften Sushil uns führte, die Türen und Herzen der Menschen waren so weit geöffnet,

dass uns ihr Strahlen schon von weitem förmlich blendete. Wohin auch immer uns der Weg führte, wurden wir in traditioneller Weise mit Blumenketten und einem Friedensmal auf der Stirn begrüßt, einem Zeichen der Wertschätzung und aufrichtiger Offenheit.

Eine ehrliche Aufgeschlossenheit, die wir nicht als Selbstverständlichkeit wahrnehmen konnten. Denn Mugu ist eineder abgeschiedensten und gleichzeitig ärmsten Regionen Nepals. Mitten im Himalaya auf einer Höhe von über 2000m leben hier über 70% der Menschen unter der wirtschaftlichen Armutsgrenze von 1,25$ pro Tag. Die Mehrheit der Bewohner ist von einer mangelnden Gesundheitsfürsorge, Nahrungsmittelknappheit und einer hygienischen Unterversorgung betroffen. Doch trotz dieser widrigen Lebensumstände empfingen uns die Menschen hier mit einer Offenheit und Fröhlichkeit, die beinahe schwer greifbar war.

Gleich zu Beginn unserer Reise hat dies in uns ein Meer aus Fragen ausgelöst. „So viele Fragen haben sich mir aufgedrängt über die Moral von Spendenaktionen und die Verbreitung von westlichem Gedankengut, wie sie so oft als Ideal wahrgenommen wird“, erinnert sich Nils, dem als Gründer von Original Bootcamp die Zusammenarbeit mit der Welthungerhilfe besonders am Herzen liegt. Können Spendengelder wirklich mehr Zufriedenheit und Glück in diese von innen und außen strahlenden Menschen bringen? Auch wenn wir dazu bis heute keine eindeutige Aussage treffen können, haben uns die Bewohner Mugus doch eines klargemacht: Das wahre Glück kann einem nicht geschenkt werden, man trägt es in sich.

Und gleichzeitig schenken einem Glück und Fröhlichkeit allein keine Gesundheit. Glück und Fröhlichkeit schützen die Menschen vor Ort nicht vor Krankheiten und sie füllen keine Mägen. Glück und Fröhlichkeit geben ihnen nicht die eigenen, verstorbenen Kinder zurück und sie steigern nicht die in der Region durchschnittliche Lebenserwartung von etwa 40 Jahren (zum Vergleich, in Kathmandu, der Hauptstadt Nepals leben die Menschen im Schnitt 75 Jahre!).

Um ihren Lebensunterhalt zu sichern, ist ein Großteil der Bevölkerung (etwa 75%) von der Landwirtschaft abhängig. Aufgrund der jedoch begrenzten Anbauflächen Mugus, des Mangels an Bewässerungsanlagen und auch aufgrund mangelnder landwirtschaftlicher Kenntnisse der Bewohner, reicht die Nahrungsmittelproduktion der Region nicht aus, um den lokalen Bedarf zu decken. Eigens produzierte Lebensmittel sind oft nur für drei Monate im Jahr ausreichend vorhanden.

In Nepal selbst durften wir erleben, wie das Projekt Boot For Food genau auch an diesem Aspekt ansetzt. Getreu dem Motto „Gib einem Menschen einen Fisch und du ernährst ihn für einen Tag. Lehre ihm das Fischen und du ernährst ihn fürs Leben.“ geht die Welthungerhilfe nachhaltige Lösungen an, die den Menschen in Nepal langfristig einen besseren Lebensstandard bieten sollen. Da sich der Lebensmittelanbau in Mugu vorrangig auf Reis und Linsen beschränkt, ist der Mangel an wichtigen Nähr- und Mineralstoffen ein gravierendes Problem. Die Anlage von Setzlingsstationen (sog. Nurseries) soll den Bewohnern die Möglichkeit geben, auch andere Lebensmittel, wie Gemüsesorten anzubauen und der Malnutrition entgegenzuwirken. Zusätzlich verpflichtet sich der Besitzer eines solchen Kleingartens, sein Wissen über den Anbau von Gemüsen und anderen Lebensmitteln an andere Bauern und Einwohner weiterzugeben.

Über die Verbreitung des Wissens durch die Besitzer der Nurseries hinaus werden Trainings von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der WHH angeboten, die den Bewohnern Mugus landwirtschaftliche Kenntnisse und Fähigkeiten vermitteln. Zum Beispiel erzählte uns Sangita Pandeyvon der Radhakrishna Farmer Groupwie sie spielerisch (etwa die Hälfte der Menschen in der Region können weder lesen, noch schreiben) ihre Fähigkeiten verbesserte die Felder und Acker zu besähen - die Samen in einer Linie statt durcheinander zu sähen, lässt den Pflanzen mehr Platz zu wachsen, was den Ertrag der Ernte erhöht. Die richtige Bewässerungstechnik und die Vermarktung ihrer Erzeugnisse gehören ebenfalls zum Training dazu.

Wenn der eigene Teller voll ist, fällt es manchmal schwer über den Tellerrand hinauszusehen. Doch genau das ist für die Menschen Mugus so wichtig und auch du kannst helfen! 15€ reichen bereits aus, um den Bau eines Kleingartens für wertvolle Nährstoffe zu ermöglichen. Ein Landwirtschaftstraining durch geschulte Experten kostet 50€. Mit einer Spende bringst du Nachhaltigkeit in Nepals Landwirtschaft und die gesundheitliche Versorgung durch eine vielfältigere Ernährung. Hier geht es zur Spendenseite:

https://www.welthungerhilfe.de/anlass/?aktion=boot-for-food-by-original-bootcamp

Für uns war die Erfahrung der schwierigen wirtschaftlichen Situation vor allem unter den Frauen und Kindern sichtbar. Während ein Großteil der Männer auf der Suche nach Arbeit in die Golfstaaten und Indien gehen, bleiben die Frauen oft allein mit ihren Kindern und Familien zurück. Wo etwa die Hälfte aller Haushalte unterernährt sind (47%), leiden besonders die Kinder. Etwa 42% aller Kinder unter fünf Jahren sind hier untergewichtig und 53% leiden an Blutarmut.

Und obwohl diese Frauen und Kinder eine solche Last des Leides tragen, waren es vor allem sie, deren Ausstrahlung uns besonders eingenommen hat. Die Frauen Mugus sind trotz all der harten Arbeit und der schmerzlichen Erfahrungen, denen sie in ihrer Heimat leider besonders häufig begegnen, von einer Aura des Stolzes und einer beeindruckenden Würde umgeben. Es wäre leichtfertig und falsch, aus Mitleid auf sie herabzublicken.

Ein Erlebnis, das hier für uns alle besonders einschneidend war, war der Umgang der Kinder mit uns. „Auch wenn wir nicht die gleiche Sprache gesprochen haben, gab es trotzdem ein Level der Kommunikation, das so ganz anders, irgendwie tiefer war, als wir es wohl mit Sprache gekonnt hätten,“ beschreibt Katja heute. Die Kinder, deren Alltag genau wie der ihrer Eltern von Anstrengungen geprägt ist, die viele von uns nicht einmal nachvollziehen können, haben es geschafft, eine Verbindung aufzubauen, die so echt war, dass sie eine der tiefgehensten Erfahrungen unserer Reise war. „Wir haben uns lange Gedanken gemacht, ob wir Luftballons mitnehmen wollen. Immerhin entsteht so weiterer Plastikmüll. Aber der Moment, der entstanden ist, sobald der erste Ballon aufgepustet war, war so magisch, das er sich im Nachhinein wie in Zeitlupe anfühlt,“ beschreibt Nils. Und so ist es für uns unbeschreiblich, wie ein einfacher bunter Luftballon, einen solchen Zauber auslösen kann. Das Aufpusten, das Überreichen, das Spielen mit den Ballons hat eine stille Verbindung und eine Atmosphäre zwischen uns, den Kindern und auch den anderen Bewohnern aufgebaut, die niemand von uns in Worte zu fassen vermag. „Es war ein Moment der puren und echten Freude, sowohl für die Kinder als auch für uns.“

Doch wo etwas so Einfaches, wie ein Ballon, eine solche Freude auslösen kann, kann etwas scheinbar ebenso Simples, diese Freude auch nehmen. Mugu hat eine der höchsten Kindersterblichkeitsraten der Welt. Die Gesundheitsversorgung für Schwangere, Babys und Kleinkinder, die sich für uns fast schon wie eine Selbstverständlichkeit anfühlt, reduziert sich in Mugu auf ein absolutes Minimum. Sogenannte Health Posts bieten aktuell ein Mindestmaß an medizinischer Versorgung: Kleine Paketchen mit Nahrungsergänzungsmitteln werden Erwachsenen und Kindern gegeben, um ihr Immunsystem im Falle einer Krankheit aufzubauen. Kinder werden in engen, unbeheizten Räumen (auch bei Minusgraden) mit einer kleinen Grundausstattung an Hilfsinstrumenten (wie Zangen, Pinzetten, Klammern) zur Welt gebracht. Die Mütter verlassen mit ihren Neugeborenen bereits 24h nach der Geburt den Health Post.

Gita Karki, eine Hebamme, die seit sechs Jahren in einem der Health Posts arbeitet, teilte mit uns einige ihrer Erfahrungen ihrer Arbeit. Obwohl der Health Post Mugus einer der bestausgestattetsten der Region ist, können viele Patienten mit ihren Verletzungen oder Krankheiten dort nicht versorgt werden. Das nächstgelegene Krankenhaus liegt einen 5h Fußmarsch und eine weitere 15h Busfahrt entfernt. Kommt es im Rahmen von Geburten zu Komplikationen, muss sich Gita auf ihre Erfahrung verlassen. Um Schwierigkeiten vorzubeugen, bieten Gita und Sharada Bhatte, eine zweite Hebamme in der Ausbildung, Kurse an, um die Mütter auf die kommende Geburt vorzubereiten. Oft muss Basiswissen aufgebaut werden, wie beispielsweise ein Rauchverbot. Auch wird den Müttern Geld für eine Entbindung in den Health Posts geboten, um Risiken für Mutter und Kind zu reduzieren.

Mit deiner Spende können Helfende wie Gita und Sharada weiter daran arbeiten, das Gesundheitssystem Mugus auszubauen und die Sterberaten von Kindern und ihren Müttern zu reduzieren. Denn Gesundheit lernt man erst zu schätzen, wenn sie fehlt.

Die Zeit in Nepal war für uns gleichsam wertvoll, lehrreich, Augen öffnend und wunderschön. Niemand von uns möchte die Erinnerungen und Erfahrungen missen, die wir mit den Menschen in Mugu und Umgebung machen durften und wir sind dankbar für jede Minute.

Denn auch wenn wir im Rahmen des Projektes Boot For Food an der Unterstützung teilhaben dürfen, die die Welthungerhilfe in Mugu leistet, haben uns die Herzensmenschen der Region unglaublich viel mit auf den Weg gegeben. Und auch wenn wir die vielen Eindrücke noch längst nicht vollständig verarbeiten konnten, sind wir dankbar für das, was auch uns gegeben wurde.

Wir sind reicher an Reflektion über das, was wirklich wichtig ist im Leben. Auf andere herabzublicken, als diejenigen, die helfen, ist leicht und vor allem unangebracht. Niemand hat Einfluss darauf, wo er oder sie geboren wird. In der westlichen Welt aufzuwachsen ist wirtschaftlich gesehen ein Privileg. Doch wo Scham für dieses Privileg unangebracht ist (im Gegenteil, wir können nur dankbar sein für das, was wir haben), macht uns dieses Privileg genauso wenig zu besseren Menschen. Nur wer von anderen Kulturen lernt und vorurteilsfrei zuhört, begegnet anderen wirklich auf Augenhöhe. Daher sollte das Ziel nie sein, unsere Ideale von Besitz und Wertvorstellungen auf andere Kulturen zu übertragen (das war auch in der Vergangenheit noch nie eine gute Idee). Das Ziel muss sein, eine Basis zu schaffen, die jedem die Möglichkeit für ein gesundes und glückliches Leben bietet.

Wir sind auch um das Erstaunen reicher, dass es die Menschen in Mugu schaffen, trotz harter Arbeit und schwieriger Lebensumstände, Fremden mit offenem Herzen zu begegnen und Verbindungen aufbauen, die echt und ehrlich sind. Antoine de Saint-Exupéry hat es in seiner bekannten Erzählung des kleinen Prinzen so schön beschrieben: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Und wenn wir nun also das nächste Mal eine Entscheidung treffen, sei es um Hilfe anzubieten, oder in der Begegnung mit Fremden: Manchmal schalten wir den Kopf besser aus und beobachten mit dem Herzen.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei der Welthungerhilfe und ihren wundervollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die wertvolle Arbeit bedanken, die sie leisten. Menschen wie Sushil und Rajendra sorgen dafür, dass ein Austausch zwischen den Kulturen so erfolgreich stattfinden kann und dass die Hilfe und Spenden der Menschen auch wirklich da ankommen, wo sie hinsollen und gebraucht werden. Was ihr bereits bewirkt habt, ist einfach unglaublich und wir sind wahnsinnig stolz und dankbar, Teil eurer fantastischen Arbeit sein zu dürfen.

Und obwohl schon viel getan ist, genug, ist es noch nicht. Der Fortschritt ist aufgrund der logistischen, kulturellen und moralischen Komplexität nur langsam. Damit Boot For Food ein langfristiges Projekt bleiben kann, das den Kindern, Frauen und Männern nachhaltig eine bessere Lebensqualität durch mehr Gesundheit, eine bessere Ernährungssituation und höhere Hygienestandards bietet, brauchen wir weiter Deine Hilfe!

Mit 11€können 11 Familien mit Saatgut ausgestattet werden. Für nur 15 Euro kann ein Kleingarten oder ein kleines Bewässerungssystem gebaut werden. Und für 50 Euro erhalten die Familien lebenswichtige Trainings in Landwirtschaft, um nachhaltig für ausgewogene und ausreichende Nahrung zu sorgen.

https://www.welthungerhilfe.de/anlass/?aktion=boot-for-food-by-original-bootcamp

Warum wir gerade mit der Welthungerhilfe zusammenarbeiten:

1.) Die WHH sucht die Menschen und Helfer vor Ort mit Bedacht aus: Die Projektleiter und andere Beteiligte können zwischen rationalen, westlich geprägten Idealen und den traditionsreichen, emotionalen Bewohnern Mugus übersetzen. Sie entscheiden sensibel immer wieder nach Einzelfall

  • Was das Leben vor Ort erleichtert
  • An welchen Stellen wichtige Werte wie Gleichberechtigung von Mann und Frau durchgesetzt werden müssen
  • Wo westliches Gedankengut schadet

2.) Transparenz & „No hidden Agenda“:Die Spendengelder kommen genau da an, wo sie hinsollen und gebraucht werden. Die Gelder werden nicht an staatliche Organisationen abgetreten, sondern zu 100% von den Mitarbeitern*innen der WHH verwaltet und eingesetzt. Als Verein ist die WHH unabhängig von einer möglichen staatlichen Agenda und trotzdem Teil der Gesellschaft.

3.) Die Welthungerhilfe ist eine NGO (non-governmental organisation): Die Arbeit der WHH ist damit unabhängig von staatlicher Unterstützung. Denn obwohl in sechs der sieben Provinzen des Projektgebiets bereits Regierungsvertreter stationiert wurden, mangelt es noch immer an Klarheit über die Rollen und Verantwortlichkeiten der Beamten. Die Präsenz staatlicher Dienstleister ist dadurch nach wie vor gering und die vorhandenen Kapazitäten und Ressourcen für staatliche Entwicklungsarbeit ist gering.

Nur wer über den Tellerrand hinausschaut, weiß, an welchem Tisch er sitzt.

STAY STRONG.